CTOUR on Tour: Region Sotschi/Rosa Khutor nach Olympia gefragtes Urlaubsziel

Waleri strahlt. Soeben ist der 39-Jährige russische Ingenieur mit seiner Frau Olga (38), Lehrerin, und den beiden Söhnen Dimitri, 13 Jahre, und Alexander, 9 Jahre, nach 80 Minuten und drei Seilbahnfahrten auf Rosa Khutor Peak, dem höchsten Punkt von Rosa Khutor, angekommen. Während die Familie bei herrlichem Sonnenschein und Ausblicken gleich das Picknick auspackt, gönnt sich der Vater den „Himmelstrail“: Behelmt, gesichert und angegurtet balanciert Waleri minutenlang über eine 100 Meter lange schmale Holzleiter, unter sich das 600 Meter tiefer gelegene Tal.

Der Ausflug auf den Berg ist der Höhepunkt im zweiwöchigen Urlaub der jungen Familie aus Irkutsk. Sie haben sich sehr bewusst für die Region Sotschi entschieden, wollten die Olympiabauten, den Olympiapark und natürlich auch das angrenzende Ski- und Wandergebiet des Südkaukasus um Rosa Khutor sehen und erleben.
Wie Waleri und Olga denken viele Russen: Nach den Winterspielen in Sotschi wollen sie die attraktive Tourismusregion selbst in Augenschein nehmen. Und so surren die von Österreichern gebauten insgesamt 27 Bergbahnen an allen 365 Tagen im Jahr ununterbrochen und wie am Schnürchen – denn Rosa Khutor ist längst auch ein beliebtes Sommerziel geworden. Allein 8.200 Gäste fahren mit verschiedenen Kabinenbahnen und Sesselliften täglich auf den „Peak“. Nach Rosa Khutor kommen weit mehr.

Die Region bietet heute 14 Hotels. Insgesamt besuchen Rosa Khutor im Winter 800.000 Urlauber, im Sommer sind es bereits 1,2 Millionen. „Die meisten unserer Gäste sind Russen, etwa 97 Prozent“, sagt Alexander Belokobylskiy, Direktor des sogenannten „Sotschi-Departments Rosa Khutor“. Die drei Prozent übrigen Gäste kommen aus Kasachstan, Israel, Iran, Weißrussland – vereinzelt auch aus Deutschland.

Ende Juli waren es noch 320 Tage bis zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2018.

Das soll sich ändern: Im Februar 2017 hat Condor bereits drei Charterflüge von Berlin nach Sotschi durchgeführt. Bucher-Reisen, Konzerntochter von Thomas Cook, will die Zusammenarbeit mit der Region intensivieren. „Wir sind sicher, dass Rosa Khutor als Kurort bei deutschen Gästen Interesse findet. Insbesondere auch, weil wir ein hochwertiges Produkt anbieten, dass sich mit den europäischen Winterdestinationen messen kann“, sagt Olga Filipenkova, Marketing- und Verkaufsdirektorin des Kurorts.

So wird Condor vom 19. Januar bis 2. März 2018 jeweils freitags nonstop von Berlin nach Sotschi und zurück fliegen. Die siebentägige Pauschalreise nach Rosa Khutor (45 Kilometer vom Flughafen entfernt) kostet bei Bucher-Reisen ab 813 Euro.
Rosa Khutor ist mit 94 Kilometern Skipiste das größte Skigebiet Russlands. 2013 bis 2015 wurde es mit dem „Welt Ski Award“ als bestes Skigebiet Russland ausgezeichnet. Aber längst ist es ein Ganzjahresziel: Durch die Lage in den Bergen und die gleichzeitige direkte Nähe zum Meer ist Rosa Khutor auch bei Wellness- und Erholungssuchenden beliebt.

Wer also demnächst außerhalb des Winters die Region Sotschi/Rosa Khutor besuchen möchte, findet schon jetzt auch aus Deutschland und Österreich gute Flugverbindungen. Die drittgrößte russische Fluggesellschaft UT Air (65 Flugzeuge, 335 Hubschrauber, 170 Ziele weltweit, 11.000 Mitarbeiter, 6.6 Millionen Passagiere jährlich) hat gerade drei neue Direktverbindungen von und nach Moskau-Vnukovo aufgenommen: Berlin, München und Wien. In Vnukovo bestehen viele Anschlussmöglichkeiten nach Sotschi, fast stündlich hebt ein Flieger Richtung russischer Riviera ab. Natürlich auch von UT Air, so dass es mit der Gesellschaft tägliche Verbindungen von Berlin/München/Wien nach Sotschi und zurück gibt.

Denn außer Rosa Khutor ist auch Sotschi sehr attraktiv geworden. In die Infrastruktur wurde im Zuge der Winterspiele 2014 massiv investiert. Es gibt 360 Kilometer neue Straßen und Autobahnen, dazu Hunderte neuer Brücken und Tunnel, viele neue Hotels, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten, Parkhäuser. Und es gibt eine komplett neue 50 Kilometer lange Bahnverbindung mit Siemens-Zügen von Rosa Khutor nach Sotschi (Ticket 3 Euro/Person). An der Küste angekommen, zweigt die Strecke zum Olympiapark ab.
Wo 2014 die olympischen Wettkämpfe stattfanden und viele Sportler wohnten, finden sich heute mehrere Theater, eine Tennisakademie mit 8.000 und ein Eispalast mit 12.000 Plätzen, die Formel-1-Strecke mit Platz für 58.000 Zuschauer, ein Riesenrad, eine Achterbahn und vieles mehr. „Drei Viertel der Fahrgeschäfte kommen übrigens aus Deutschland“, erklärt unsere Dolmetscherin Jelena. Der Olympiapark umfasst eine Gesamtfläche von 300 Hektar. Wem die Distanzen zu groß sind, der kann sich an verschiedenen Punkte Elektroroller mieten oder sich mit Golfkarren chauffieren lassen.

Auch Sotschi ist inzwischen sehr gut auf die wachsenden Touristenzahlen eingestellt: Gab es vor Olympia 2014 in den Hotels 220.000 Doppelzimmer, so sind es heute bereits 440.000. Dazu kommen Pensionen, Sanatorien und Privatzimmer mit nochmals 200.000 Betten.
Das alles inmitten eines subtropischen Klimas unter Palmen mit viel Sonnenschein, auch im Winter milden Temperaturen und Schneesicherheit im Gebirge.

Sotschi – die „russische Riviera“ – subtropische Klima, Palmen, üppige Natur.

Für Waleri und Olga mit ihrem Monatseinkommen von zusammen umgerechnet 1.400 Euro war der Ausflug auf den höchsten Berg heute nicht ganz günstig. Allein die Seilbahnfahrten kosteten umgerechnet für alle gemeinsam 80 Euro, dazu kommen Speisen und Getränke und natürlich der „Fun-Park“. Aber die Familie ist glücklich. „Wir überlegen, vor unserer Rückreise nach Irkutsk hier noch einmal auf den Peak zu fahren“, sagt Waleri.

Fotos: Fred Hafner

Weitere Infos:
rh.rosaski.com
www.utair.ru
www.bucher-reisen.de

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