CTOUR vor Ort: TUI – Der neue Trend heißt Länderkombinationen

Wieder hat sich das Personalkarussell der TUI gedreht, und heraus kam Marek Andryszak. Der gebürtige Pole, 44, ein studierter Wirtschaftsingenieur, war vor 17 Jahren als Trainee zur TUI gekommen. Mit dem Glück des Tüchtigen sammelte in den verschiedensten Positionen Erfahrungen, war Leiter der Flugstrategie, wurde 2009 Chef der TUI-Tochter in Polen, Mitte vergangenen Jahres kam er wieder nach Deutschland, und in der Toskana übergab Sebastian Ebel (54) ihm mit Wirkung zum 1. Juli den Vorsitz der TUI Deutschland.

Zuvor schon hatte er die Rolle des Chief Commercial Officers und damit die kommerzielle Verantwortung in der Geschäftsführung übernommen. Das nennt man Karriere.
Sebastian Ebel, der diesen Posten 2015 lediglich übergangsweise (neben seiner Funktion als Konzernvorstand der TUI Group) übernommen hatte, wird nun in den Aufsichtsrat der TUI Deutschland wechseln.
In Hannover, wo in diesem Jahr die Pressekonferenz stattfand, ehe sich die Journalistentruppe auf den Weg in die Toskana machte, war er es noch, der die inhaltlichen Akzente setzte. Unter anderem wies er darauf hin, wie klug die Entscheidung gewesen war, sich eigene exklusive Hotelmarken zuzulegen. Heute macht sich diese geistige Investition bezahlt. Sie hat „genau wie unsere Kreuzfahrtschiffe eine zentrale Position in der Zukunftsstrategie“, so Sebastian Ebel. Die TUI hat auf diesem für den wirtschaftlichen Erfolg so wichtigen Gebiet ein Alleinstellungmerkmal. „Das ist einzigartig“, meinte der scheidende Geschäftsführer.

Während der Pressekonferenz in Hannover: Mario Köpers (Leiter Unternehmenskommunikation TUI Deutschland) mit Marek Andryszak und Sebastian Ebel (v.r.).

Bis zum Ende des Touristikjahres 2018/19 plant TUI 40 bis 45 Hotel-Neueröffnungen. Die wichtigsten des kommenden Winters finden in der Ferne statt: Mit dem Robinson Club Noonu auf den Malediven sowie dem Robinson Club Khao Lak in Thailand gehen gleich zwei neue Häuser der Premium-Clubmarke an den Start. Zudem öffnet mit dem Fünf-Sterne-Hotel Riu Dunamar an der Costa Mujeres im Dezember bereits das 18. RIU Haus in Mexiko seine Pforten.
Während das Wintergeschäft in Reisebüros und Verkaufsportalen erst allmählich auf Touren kommt, heißen schon jetzt die großen Gewinner des Sommer 2017 Griechenland und Italien. Griechenland wächst aktuell um rund 20 Prozent bei den Buchungen, Italien um sieben Prozent. Damit teilt sich Italien im Ranking der beliebtesten Reiseziele nach Spanien und Griechenland mit Deutschland den dritten Platz.

Besonders stark entwickelt sich die Fernstrecke. Hier profitiert TUI vor allem vom starken Wachstum in Nordamerika, der Karibik, auf Mauritius, den Malediven, in Indonesien und Südafrika. „Fast jede vierte Buchung entfällt bei uns mittlerweile auf ein Ziel in der Ferne. Wir sind heute die stärkste Fernreisemarke in Deutschland. Das Wachstum wird auch in den kommenden Jahren weiter anhalten“, meinte Marek Andryszak zuversichtlich.
Auch ein neuer Trend ist auszumachen, er heißt Länderkombinationen. Ist der lange Flug in exotische Gefilde erst einmal geschafft, nutzen Urlauber immer häufiger die Gelegenheit, gleich mehrere Ziele miteinander zu kombinieren: Sri Lanka und die Malediven, Vietnam und Kambodscha und jetzt ganz neu: Australien und Bali.
Im wichtigsten Winterziel der Deutschen, den Kanarischen Inseln, erweitert TUI das Bettenangebot um 15 Prozent. Und was die Preise anbelangt: Die größten Preisabschläge in Höhe von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet aufgrund günstiger Flugpreise Jamaika. Auch Urlaubsreisen nach Ägypten und in die Dominikanische Republik werden günstiger. Über alle Zielgebiete bleiben die Reisepreise im Winter 2017/18 stabil.

Einzigartige Landschaft: hügelige Weiten der Toskana bei Castelfalfi.

Apropos Toskana… Endlich konnten wir jenes berühmte, verlassene, menschenleere Dorf (zuletzt wurde gerade noch fünf Einwohner gezählt) in der Toskana besichtigen, das die TUI vor zehn Jahren gekauft hatte. Castelfalfi, ein zur Gemeinde Montaione gehörender Landherrensitz, sollte zu einem hochwertigen Touristik-Resort entwickelt werden. Die Bauarbeiten begannen 2011. Schon 2012 wurde das Resort zumindest teilweise eröffnet.
Jetzt hatten wir das Vergnügen, im „Il Castelfalfi – TUI Blue Selection“, dem brandneuen Luxushotel wohnen zu dürfen, dass herrliche Blicke über die hügeligen Weiten der Toskana gestattet. 112 Zimmer und acht Suiten stehen zur Verfügung, dazu ein 1000 Quadratmeter großer Wellness-Bereich. Das Olivenöl und die Weine stammen aus eigenem Anbau, für die Beheizung wurde ein Biomasse-Heizkraftwerk erstellt, welches mit Pellets betrieben wird, die Nebenprodukt der regionalen Land- und Forstwirtschaft sind. Darüber hinaus locken ein 27-Loch-Golfplatz, eine Trattoria sowie das hochklassige Restaurant «La Rocca», von dessen Terrasse aus man herrliche Blicke auf die tiefer liegende Landschaft hat. Insgesamt ist das Resort 1100 Hektar groß, sechsmal grösser als Monaco.

Neues 5-Sterne-Refugium: Il Castelfalfi – TUI Blue Selection.

Für die Gemeinde Montaione ist das Engagement von TUI ein Glücksfall – es sichert Jobs für rund 600 Personen. „Gut gemachter Tourismus kann viel Gutes bewirken“, erklärte Sebastian Ebel. Ihm zufolge ist die Nachfrage für Castelfalfi sehr gut. 70 Prozent der Gäste seien Europäer, der Rest kommt aus Amerika und Asien.
„Castelfalfi sucht seinesgleichen in Europa!“ Davon ist Sebastian Ebel überzeugt. Allerdings wird die TUI kaum je wieder solch ein Prestigeprojekt in die Hand nehmen. „Wir machen das nicht noch mal“, sagte Ebel, der die Gesamtsumme an Investitionen auf knapp 250 Millionen Euro bezifferte. Dass diese Summe in dem vom damaligen TUI-Chef Michael Frenzel lancierten Prestigeprojekt jemals wieder eingespielt wird, ist fraglich.
Das ändert nichts an dem noblen Mut zur Risiko, und an der Schönheit von Castelfalfi.

Weitere Infos:
www.tui.de

Fotos: Hans-Peter Gaul

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