Erfolgreiches Tourismusmesse-Jubiläum unterm Funkturm – CTOUR vor Ort
Von Hans-Peter Gaul
Mit annähernd 100 000 Teilnehmern konnte die Internationale Tourismusbörse (ITB) in ihrem 60. Jubiläumsjahr 2026 trotz des Nahost-Konflikts ihre Bedeutung als weltweit führende touristische Leitmesse eindrucksvoll unter Beweis stellen. 5601 Aussteller aus 166 Ländern waren in den Messehallen unterm Berliner Funkturm vertreten. Das Gastgeberland Angola präsentierte sich als authentisches Reiseziel für Entdecker, Natur- und Kulturliebhaber. Der ITB-Kongress zählte 24 000 Besucher.
Wir starten heute die Impressionen von CTOUR-Reisejournalisten, die auf der Jubiläums-ITB unterwegs waren.
Niederlande
In den Slowlands der Niederlande stehen Zeit, Ruhe und Nähe zur Natur im Mittelpunkt. So hatte das Niederländische Büro für Tourismus & Convention (NBTC) Köln zu seinem traditionellen Pressetreff am Vorabend der ITB diesmal auf ein Havel-Boot eingeladen.

PR-Managerin Dr. Barbara Driessen sowie Aylin Ayik, Martin Pohl und weitere Vertreter des NBTC stellten während der abendlichen Haveltour auf dem Eventboot „La Moule Yacht“ diverse Möglichkeiten vor, die Slowlands entschleunigt abseits der bekannten Touristenpfade zu erleben.

Zugleich machten die Touristikexperten auch auf weitere touristische Ziele 2026 im Land des Wassers, der Tulpen und der Mühlen aufmerksam.
Bulgarien
Beim Empfang zum Nationalfeiertag in der Botschaft der Republik Bulgarien verwies S. E. Botschafter Grigor Porozhanov einmal mehr auf die Bedeutung des Tourismus für sein Heimatland.
Dort wo unsere Reisejournalisten-Vereinigung

Ende 2025 ihren 35. Geburtstag gefeiert hatte, tauschten sich nun am ITB-Abend viele internationale Repräsentanten auch zum Tourismus aus, der nach der Euro-Einführung zu Jahresbeginn 2027 weitere Impulse erfahren dürfte.
links: S. E. Botschafter Grigor Porozhanov beim Empfang in der Bulgarischen Botschaft
Dr. Tihomir Patarinski, 1. Sekretär der Botschaft und Deutschland-Tourismuschef, freute sich auf das wachsende Interesse an einem der beliebtesten Touristenziele in Europa.

In Halle 3.2 der ITB konnten sich die Besucher am großzügig gestalteten Bulgarienstand über die vielfältigen touristischen Sehenswürdigkeiten zwischen den Rhodopen und der Schwarzmeerküste informieren. Derweil ist geplant noch mehr Flugverbindungen aus Deutschland in das beliebte Balkanland anzubieten.
Netzwerken
Die weltgrößte Tourismusmesse war auch in ihrem Jubiläumsjahr wieder ein beliebter Treffpunkt zum Netzwerken. So konnte ich mich z. B. mit unserem CTOUR-Ehrenmitglied und Geschäftsführer der Agentur KC3 Köpers Corporate & Crisis Communications Gmbh Mario Köpers u. a. zu aktuellen Entwicklungen in der bewegten Tourismusbranche austauschen.
Thüringen und Kroatien
Während die Thüringer Tourismus GmbH (TTG) im Hub 27 auf ihre diesjährigen Schwerpunkte Theaterleben sowie Parks und Gärten im „Grünen Herzen Deutschlands“ setzte, ist das Frankfurter Büro der Kroatischen Zentrale für Tourismus gerade nach Berlin umgezogen. Direktor Romeo Draghicchio, langjähriger Partner von CTOUR, freute sich beim Treff in Halle 1.2 bereits auf einen interessanten CTOUR-Medienabend in der Hauptstadt. Dann wird sich das beliebte Adrialand nicht nur mit seinen 1244 Inseln sowie den acht Nationalparks, elf Naturparks und mehr als 50 Musik- und Filmfestivals gebührend in Szene setzen. Kroatien, das Heimatland von Marco Polo, aber auch der Krawatte, des Fallschirms, des Kugelschreibers und der Hunderasse der Dalmatiner, freut sich auf deutsche Touristen nicht nur an der Adria, sondern auch in imposanten Kultur- und Weinregionen wie Slawonien.

Sri Lanka
Bereits zum 58. Mal bei der ITB vertreten war Sri Lanka. Bei einem informativen Pressegespräch ging es um die touristische Vielfalt der Insel u. a. mit ihrer einzigartigen Wellness-Tradition sowie den Kultur- und Naturschätzen.
Botschafterin HE Ms. Varuni Muthukumarana bedankte sich mit Touristikern aus Sri Lanka für die lange erfolgreiche Partnerschaft mit Deutschland.

2025 hatten 2.33 Millionen internationale Touristen das Land besucht, das zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit und Qualität legt.Deutsche können dort 12 Monate ohne Visum leben. In einem der sichersten Reiseziele wächst auch der maritime Tourismus. Neu sind Angebote im Tauchtourismus.
CTOUR-Mitglied Olga Sanavia (vom team neusta Grafenstein) hatte die Organisation der perfekten Sri Lanka-Präsentation übernommen.
Kreuzfahrt-Podium
Rekordbeteiligung bei dem auf Initiative der Seestadt Bremerhaven seit nunmehr zehn Jahren organisierten Kreuzfahrt-Podium im Hub 27. Hochrangige Vertreter der meisten in Deutschland aktiven Reedereien, darunter AIDA Cruises, Costa Kreuzfahrten, Disney Cruise Line, Oceania Cruises, Phoenix Reisen und von Cruise Saudi, informierten über ihre aktuellen Angebote und tauschten sich zur derzeit schwierigen Situation der Kreuzschifffahrt im Nahost-Konflikt aus. Dabei kam auch die Verbundenheit mit TUI Cruises und MSC zum Ausdruck, deren Vertreter sich derzeit vor allem um die Rückholung von Passagieren ihrer Schiffe in Nahost kümmern.

Im kommenden Jahr werden die Luxus-Schiffe der US-Reederei Oceania Cruises sowie von Hapag Lloyd Cruises nach Bremerhaven kommen. Ab dieser Saison wird die Versorgung der Schiffe mit Landstrom zum Standard an der Weser. Mit MS Amadea von Phoenix-Reisen kann man 2028 in 188 Tagen die Welt umrunden.
Im Fischereihafen und an den „Havenwelten“ bietet Bremerhaven auch zentral gelegene Liegeplätze für Fluss-Kreuzfahrtschiffe, die sehr gut nachgefragt sind.
Jamaika
Neusta Grafenstein ist für die Vermarktung Jamaikas in Kontinental Europa in Kooperation mit anderen Agenturen u. a. Hopscotch verantwortlich. So hatte Frank Grafenstein zu einem besonderen ITB-Event in das traditionsreiche Berliner Kino „Babylon“ eingeladen.

Dort hatte das Filmprojekt des Studiengangs BWL-DLM/Media, Vertrieb und Kommunikation der dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart Premiere. „Der Film möchte Jamaika nicht nur als Klischee zeigen, sondern als Realität. Als Land mit Herausforderungen und mit Menschen, deren Lebensmut, Kreativität und Zusammenhalt Eindruck hinterlassen“, schrieb der Leiter des Studiengangs Prof. Dr. Uwe C. Swoboda.
Und so macht das einzigartige Filmprojekt auf eindrucksvolle Weise deutlich wie der Tourismus als einer der stärksten Wirtschaftszweige des Landes zwischen Traumstränden und Alltagsrealität nicht nur Erholung bietet, sondern Verantwortung mitträgt.
rechts: Ehrung zur Jamaika-Filmpremiere: Gregory Shervington, Jamaika Tourist Board, Regional Director Continental Europe, Laura Anne McNeil, Botschaft Jamaika, Gesandte (Geschäftsträgerin a.i.) und Frank Grafenstein, Jamaika Tourist Board, PR Deutschland Österreich und Schweiz (v. l.)

Jamaika-Experte und CTOUR-Mitglied Frank Grafenstein gehörte auch zu den Akteuren des ITB-Kongresses, bewährter Seismograph der Branche.
Donausalon
Bereits zum 11. Mal hatte das Staatsministerium Baden-Württemberg, diesmal zusammen mit dem Partnerland Bulgarien, zum Donausalon in die Landesvertretung von Baden-Württemberg eingeladen. Nach Grußworten von Verkehrsminister Winfried Hermann und Bulgariens Botschafter Grigor Porozhanov startete die Podiumsdiskussion mit Dr. Jonathan Loeffler (Steinbeis Europa Zentrum, Stuttgart), Vyara Mincheva (Nationale Koordinatorin für die EU-Strategie für den Donauraum, Bulgarien), Savina Nedyalkova (Ministerium für Tourismus der Republik Bulgarien) sowie Sebastian Schäffer (Institut für die Donauregion und Mitteleuropa, Wien).
Dabei wurde die wachsende Bedeutung der Region entlang des zweitlängsten Flusses in Europa deutlich. Die in Baden-Württemberg entspringende Donau verbindet auf ihren rund 2850 km von der Quelle bis ans Schwarze Meer zehn unterschiedliche Länder.
Diese präsentierten auch an Ausstellungsständen eindrucksvoll die Vielfalt der Donauregion und luden zu kulinarischen Spezialitäten ein.

Zu den gefragten Gesprächspartnern des Abends gehörte Dr. Tihomir Patarinski, 1. Sekretär der Botschaft Bulgariens.

„Wir freuen uns über den Austausch bei diesem besonderen Salon“, so der engagierte Deutschland-Direktor des Bulgarien-Tourismus.
links: 11. Donausalon: Dr. Tihomir Patarinski, Deutschland-Direktor des Bulgarien-Tourismus mit Marinela Heistova vom Marketing des Tourismus-Ministeriums Sofia
„Nicht nur entlang der Donau, sondern auch in unserem schönen Rosenland gibt’s viel zu entdecken“.

Einer aktuellen Umfrage zufolge wollen 90 Prozent der diesjährigen ITB-Teilnehmer wiederkommen. Dafür gibt es beim ausnahmsweise veränderten neuen ITB-Termin vom 16. bis 18. März 2027 Gelegenheit. Gastgeberland sind dann die Malediven.
Fotos: Hans-Peter Gaul
