2025: Sieben Prozent Wachstum in den Übernachtungsbetrieben
Polen verzeichnete 2025 laut Eurostat nach Malta den zweithöchsten Anstieg bei den Übernachtungen in den EU-Ländern. Der Zuwachs betrug sieben Prozent. Nicht nur die Hotelbranche freut sich über gute Auslastungen. Auch die Flughäfen und das Bahnunternehmen PKP Intercity melden Passagierrekorde. Das Statistische Hauptamt GUS spricht vom besten Tourismusjahr der polnischen Geschichte.
Nach den vorläufigen Zahlen des GUS verzeichnete Polen 2025 rund 59 Millionen Gäste in den statistisch erfassten Übernachtungsbetrieben. Das entspricht einem Plus von gut elf Prozent im Vorjahresvergleich. Bei den ausländischen Touristen lag der Anstieg sogar bei mehr als 13 Prozent. Zum Vergleich: Die weltweite Tourismusnachfrage stieg laut UN Tourism 2025 nur um rund vier Prozent.
„Das vergangene Jahr hat all unsere Erwartungen übertroffen“, erklärt Marcin Płachno, Leiter des Polnischen Fremdenverkehrsamtes in Berlin.
„Polen wird als Reiseziel zunehmend international wahrgenommen“,
so Płachno weiter. Besonders freue ihn, dass Deutschland der wichtigste ausländische Quellmarkt für den polnischen Tourismussektor bleibt: „Von den gut 15 Millionen Gästen, die wir im vergangenen Jahr aus dem Ausland begrüßen konnten, kamen nach wie vor die meisten aus der Bundesrepublik.“ In den ersten zehn Monaten 2025 lag der Zuwachs deutscher Gäste bei rund 8,5 Prozent. Ihre Gesamtzahl dürfte 2025 deutlich über drei Millionen liegen.
Die polnische Hauptstadt Warszawa (Warschau) führt das landesweite Ranking mit 8,7 Millionen Touristen weiterhin an, gefolgt von Kraków (Krakau) mit 5,2 Millionen und Gdańsk (Danzig) mit 2,9 Millionen. Die stärksten Zuwächse verzeichneten neben Polens viertgrößter Stadt Łódź (Lodsch) mit 16,3 Prozent die Gebirge im Süden. So legt etwa die Tatra-Region rund um Polens Winterhauptstadt Zakopane um gut 16 Prozent zu. Die Region Riesengebirge sogar um 18 Prozent.

Die Tourismusbranche trägt mittlerweile rund fünf Prozent zum polnischen Bruttoinlandsprodukt bei und wächst schneller als die Gesamtwirtschaft. Die Ausgaben der Touristen kletterten 2025 auf rund 22 Milliarden Euro, ein Anstieg um 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit Blick auf 2019, dem Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie, liegt die Steigerung sogar bei knapp 39 Prozent.
Rekordmarken bei Flughäfen und Hotels
Die Dimension dieses Aufschwungs zeigt sich an den großen Flughäfen des Landes. Der Chopin-Airport in der Hauptstadt Warszawa (Warschau) fertigte 24,1 Millionen Passagiere ab – ein Anstieg um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kraków (Krakau) erreichte mit 13,2 Millionen Passagieren das beste Ergebnis seiner Geschichte und ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Katowice (Kattowitz) durchbrach erstmals die 7-Millionen-Marke, was einem Sprung um 14,3 Prozent entspricht. Auch der Flughafen der Ostseemetropole Gdańsk (Danzig) erreichte mit 7,4 Millionen Passagieren ein Plus von zehn Prozent.
Nach Angaben der Polnischen Hotelkammer erhöhten 66 Prozent der Betriebe im vergangenen Jahr ihre Preise. Dennoch erreichte die Hälfte der Hotels eine Auslastung von über 50 Prozent, 27 Prozent sogar über 70 Prozent. Besonders die Ferienhotels an der Ostseeküste und in den Mittelgebirgen im Süden des Landes profitierten von der starken Nachfrage.
Neue Bahnverbindungen von Deutschland
Den Aufschwung spürten auch die polnischen Staatsbahnen. Die PKP Intercity transportierten im vergangenen Jahr fast 90 Millionen Fahrgäste und somit 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich mit 2023 beträgt die Steigerung sogar 31 Prozent. Täglich nutzten durchschnittlich 244.000 Personen die Fernzüge der PKP.
Im Dezember 2025 wurden zudem neue Bahnverbindungen für Reisende aus und nach Deutschland geschaffen. So fährt erstmals ein Eurocity direkt von der sächsischen Metropole Leipzig nach Wrocław und Kraków – ohne Umweg über Berlin. Parallel dazu startete eine Nachtverbindung von Berlin über Poznań (Posen), Łódź (Lodsch), Warszawa und Lublin bis nach Chełm nahe der ukrainischen Grenze. Der Eurocity von Berlin nach Kraków verkehrt nun zweimal täglich durchgehend bis Przemyśl an der Grenze zur Ukraine sowie einmal als Nachtverbindung.
Polen setzt auf hochwertige Angebote
Sein Heimatland habe sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich von einem Billigreiseziel zu einer Destination mit klaren Qualitätsmerkmalen entwickelt, ist Fremdenverkehrsamtsleiter Płachno überzeugt:
„Die Kombination aus kulturellem Erbe, modernen Städten und einer Gastronomie-Szene der Spitzenklasse überzeugt immer mehr Gäste aus dem Ausland.“
Davon profitierten sowohl die großen Metropolen wie auch die Ferienregionen an der Ostsee und in den Bergen. Die Zahl der Top-Restaurants, die mit Sternen und Auszeichnungen von Michelin ausgezeichnet wurden, ist Jahr für Jahr gestiegen. In den kommenden Wochen wird nach fünfjähriger Pause auch ein neuer Gourmetführer von Gault Millau für Polen erwartet.

Um das touristische Wachstum systematischer zu erfassen, startete am 6. Februar das „Obserwatorium Turystyki“ – eine gemeinsame Dateninitiative von Tourismusministerium und GUS. Sie soll traditionelle Statistiken mit Big Data und Plattform-Daten verknüpfen. Die detaillierten Jahresstatistiken werden vom GUS in den kommenden Wochen veröffentlicht.
Mehr zu den offiziellen Tourismuszahlen auf der Statistikwebsite des GUS unter www.stat.gov.pl
Informationen rund um die Tourismusdestination Polen auf der Homepage des Polnischen Fremdenverkehrsamtes www.polen.travel/de
Quelle: Polnisches Fremdenverkehrsamt • Kurfürstendamm 130 • 10711 Berlin
Verantwortlich für Presseanfragen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt:
Magdalena Korzeniowska, mbk@polen-info.de
