Neuruppin bereitet sich auf das große Jubiläum des 250. Geburtstags von Karl Friedrich Schinkel im Jahr 2031 vor
Von Ronald Keusch
Die diesjährige Geburtstagsfeier zum 245. Geburtstag von Karl Friedrich Schinkel am 13. März startete in Neuruppin bereits um 11 Uhr. Der Ort dafür konnte in seinem Geburtsort nur der Kirchplatz sein: Neben der Kulturkirche steht sein Denkmal. Doch die Ehrung in diesem Jahr ist zugleich der offizielle Startschuss für die Vorbereitungen auf das große Jubiläum zum 250. Geburtstag von Karl Friedrich Schinkel in fünf Jahren.
Der Countdown bis zum 13. März 2031 läuft und dazu haben sich an diesem Vormittag zwei Schülergruppen der Rosa-Luxemburg-Schule aus Neuruppin mit ihren Lehrern und einigen Gästen beim Schinkel-Denkmal versammelt. Aus den Reihen der Schüler wurde ein Team der „Stadtentdecker“ aufgestellt, die hier ihren großen Schinkel-Geburtstags-Check vorstellten.

Zusammen mit ihren Lehrern haben sich die Zwölfjährigen aus zwei sechsten Klassen das Ziel gesetzt, an Orte in Schinkels Geburtsstadt zu erinnern, die mit dem Universaltalent in Verbindung stehen. Zugleich wollen sie auch Wissen über Schinkel vermitteln und für Einwohner wie Besucher aus der Vergessenheit holen.
Dazu wurde mit Hilfe der Plattform „Actionbound“ eine interaktive Bildungsroute durch Neuruppin gestaltet, quasi eine Schnitzeljagd, und mit Informationen, Quiz und spielerischen Aufgaben versehen.


Als Einstimmung auf den Stadt-Spaziergang veranstalteten die Schüler vor dem Denkmal mit großem Hallo ein Quiz mit jeweils drei Antwortvarianten a, b oder c.
Die Anwesenden konnten sich für eine Antwort entscheiden und dann hinter dem Schild mit dem jeweiligen Buchstaben versammeln.
Eine Frage lautete: Von wem stammen die Entwürfe für das Schinkel-Denkmal?
a) von Wilhelm Gentz, b) von Friedrich II. oder c) von Max Wiese
Eine weitere Frage: Was hält Karl Friedrich Schinkel in seiner rechten Hand?
a) Eine Zeichnung aus seiner Kindheit, b) die Grundrisszeichnung für das Berliner Schauspielhaus oder c) einen Bauplan für das Taj Mahal

Es gab an diesem Vormittag unter dem Schinkel-Denkmal viel Spaß und jede Menge Wissensvermittlung. Als Belohnung für die jungen Stadtentdecker wurde ein 30 Euro Gutschein für Eiskugeln gesponsert.
Gäste und Einwohner der Stadt können sich künftig selbst auf die Spuren von Karl Friedrich Schinkel begeben.
Der Actionbound kann hier abgerufen werden:
https://de.actionbound.com/bound/saeulen-schloesser-stadtgeschichte-der-grosse-schinkel-geburtstags-check


Am Nachmittag begrüßte der Bürgermeister der Fontanestadt Neuruppin Nico Ruhle (links im Bild) in der Kulturkirche die Gäste, um sich mit ihnen über Ideen zu dem geplanten Schinkel-Gedenkjahr auszutauschen. Künftig wird der Kirchplatz Schinkelplatz heißen, denn die Stadtverordneten haben vor wenigen Wochen beschlossen, den Platz zu Ehren von Schinkel
umzubenennen. Die Adresse lautet dann
„Kulturkirche am Schinkelplatz 1“.
Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Incipe Schinkel!“, was so viel heißt wie „Beginne!“. Und dieser Startschuss ist mit der alle fünf Jahre stattfindenden Verleihung des Schinkel-Preises zugleich ein erster Meilenstein für das Jubiläumsjahr.
In diesem Jahr wurde Dr. Jan Mende (rechts im Bild) ausgezeichnet, Kurator im Museum Knoblauchaus der Stiftung Stadtmuseum Berlin. Das große Verdienst von Preisträger Dr. Mende besteht darin, dass er die künstlerische Vielfalt von Schinkel als Maler, Architekt und Kunsthandwerker würdigt, jedoch den Menschen Schinkel nicht idealisiert hat, sondern ein zeitgemäßes

Verständnis seine Forschung prägt. Unbedingt zu erwähnen ist die jüngste Veröffentlichung von Jan Mende „Karl Friedrich Schinkel – großer Künstler, ‘einsame Seele?’ ”, die auch neueste Erkenntnisse zu Schinkels 1000 Quadratmeter großem Wohn- und Arbeitsbereich in der Bauakademie enthält.
Der aktuelle Schinkelpreisträger Mende, der Schinkel auch als einen „enthusiastischen Weltverschönerer“ sieht, erwartet bis zum Jubiläumsjahr 2031 eine Vielzahl von Schinkel-Ausstellungen und Präsentationen zum Ausnahmekünstler Schinkel. Schinkels Geburtsstadt Neuruppin wird dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Eine Idee zum Schinkeljahr fand auch schon ihren Weg zu den Versammelten in die Kulturkirche.
Die Gäste wurden aufgefordert,

mit sechs Legosteinen in fünf Minuten eine Figur (links im Bild) zu bauen, ganz im Sinne Schinkels, kreativ und zweckmäßig, und dabei Ideen und Visionen für das Jubiläumsjahr zu entwickeln.
So können aus einem Lego-Spaß Impulse für die Stadtkultur und den Tourismus entstehen.
Und eine andere Idee wurde von den Anwesenden gleich konsumiert: Schinkelplätzchen (rechts im Bild) am Schinkelplatz 1.

Bereits zum Fontane-Jubiläum fanden die Lego-Idee und die Sonderedition einer Playmobil-Figur von Theodor Fontane breiten Anklang – das ist ein gutes Omen für das bevorstehende Schinkel-Jubiläum.
Die Moderation der Preisverleihung hatte der Amtsleiter für Kultur und Tourismus der Stadt Neuruppin Mario Zetzsche übernommen. Er war schon vor 7 Jahren als Projektleiter verantwortlich für die vielen Angebote und die Ausrichtung der Feierlichkeiten zum Fontane-Jahr, und bei ihm wird auch das Schinkel-Jubiläum „Schinkel250“ in guten Händen liegen.

Auf die Frage, was ein Besucher von Neuruppin, der auf den Spuren von Schinkel wandert, sich zuerst ansehen sollte, meint Mario Zetzsche: „Wer den Spirit von Schinkel in unserer Stadt aufnehmen will, dem ist als erstes ein Besuch des Predigerwitwenhauses zu empfehlen. Dort hat der junge Schinkel nach dem Stadtbrand, der auch sein Geburtshaus zerstört hat, mit seiner Mutter und seinen Geschwistern viele Jahre gelebt, ehe er nach Berlin ging. Es ist heute der Sitz der Schinkel-Gesellschaft. Es ist das einzige Haus, von dem man behaupten kann, dass sich dort Schinkel und Fontane begegnen, weil Fontane auch dort gewohnt hat. Aber die beiden sind sich nie persönlich begegnet.“ Und er zählt weitere Stationen auf: Das Schinkeldenkmal, geschaffen von Max Wiese, von dem auch das bekannte Fontane-Denkmal stammt. Nach den Entwürfen von Schinkel sind auch die Kirchen in den heutigen Ortsteilen Krangen und Wuthenow entstanden. Und nicht zuletzt ist das Stadtmuseum in Neuruppin zu nennen, das eine Dauerausstellung über den Sohn der Stadt Schinkel präsentiert.
Übrigens: Eine Playmobil-Figur von Karl Friedrich Schinkel gibt es schon, natürlich nur original mit Zirkel und dem Grundriss des Berliner Schauspielhauses. Sie kann über die Website des Tourismus-Service der Fontanestadt Neuruppin als Souvenir bezogen werden.
Eine neu geschaffene Website der Stadt Neuruppin wird künftig Informationen, touristische Angebote und Veranstaltungen in Vorbereitung auf das Schinkeljahr enthalten:
Fotos: Ronald Keusch
Titelbild: Verleihung des Schinkelpreises in der Kulturkirche Neuruppin
