Neue Kombi-Reise entlang des Flusses
Duero/Douro vorgestellt
Von Anette Rietz
Zamora will sich als Reiseziel für alle positionieren, die Spanien abseits der bekannten Touristenpfade erleben möchten. Bei einer Pressekonferenz stellten Vertreter der Region und Tourismusexperten die nordwestspanische Provinz als Destination für Kultur-, Natur- und Genussreisende vor. Im Mittelpunkt standen nachhaltiger Tourismus, Weinerlebnisse und das außergewöhnliche historische Erbe der Stadt Zamora sowie die Verbindung mit Portugal über den gemeinsamen Fluss Duero/Douro. Koordiniert wurde die Veranstaltung von CTOUR-Mitglied Rainer Schilling.
Kastilien und León: Spaniens größte Region
Nach der Begrüßung des Spanischen Botschaftsrats für Tourismus, Alvaro Blanco Volmer (rechts im Bild),


stellte Alberto Bosque Coello vom Tourismusministerium der Autonomen Gemeinschaft Kastilien und León die Provinz als leicht erreichbares Reiseziel vor:
Von Madrid aus ist Zamora in rund eineinhalb Stunden mit dem Zug erreichbar. Vor Ort laden abwechslungsreiche Landschaften dazu ein, die Region mit dem Auto oder Mountainbike zu erkunden.
Die Autonome Gemeinschaft Kastilien und León im Nordwesten Spaniens ist die größte Region des Landes und vereint bedeutende Kulturdenkmäler mit eindrucksvollen Naturlandschaften. Zu ihr gehört auch die Provinz Zamora an der Grenze zu Portugal. Acht UNESCO-Welterbestätten, historische Städte wie Salamanca, Segovia und Ávila, zahlreiche Burgen und romanische Kirchen sowie renommierte Weinregionen wie Ribera del Duero, Rueda und Toro machen Kastilien und León zu einem vielseitigen Reiseziel. Naturparks, Flüsse und Gebirgslandschaften bieten zudem ideale Voraussetzungen für Wander-, Rad- und Genusstourismus. Die Region wirbt zudem mit ihrer beeindruckenden Geschichte: Mehr als 400 Burgen und Schlösser zeugen von der einstigen strategischen Bedeutung des Landstrichs. Auch Sprachreisende sollen angesprochen werden, indem sich der Aufenthalt mit Spanischkursen verbinden lässt.
Zamora: Spaniens authentische Seite zwischen
Romanik, Wein und Sternenhimmel
„Spanien authentisch: Natur, Kultur, Genuss pur“ – unter diesem Leitgedanken wirbt die Region Zamora für einen entschleunigten Urlaub.

Ein besonderes Aushängeschild für Zamora ist der Weintourismus in Kastilien und León. Zusammen mit der regionalen Küche bildet der Wein einen wichtigen Bestandteil des touristischen Angebots. Zunehmend setzt Zamora auf nachhaltige Reiseformen.
links: Roter Wein aus Toro
Slow Tourism und regionale Gastronomie stehen dabei ebenso im Fokus wie der Astrotourismus. Mit Blick auf die Sonnenfinsternis im August 2026 erwartet die Region zusätzliche Besucher. Gleichzeitig arbeitet Zamora daran, sich als „Starlight Destination“ zu etablieren – ein Gütesiegel für Reiseziele mit besonders guten Bedingungen zur Beobachtung des Sternenhimmels.
Prof. Dr. Rulf Treidel von der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld sieht darin einen konsequenten Schritt. Der Tourismuswissenschaftler, der zuvor unter anderem für die Reiseveranstalter Gebeco und TUI tätig war, betonte, dass authentische Erlebnisse, Nachhaltigkeit und regionale Angebote heute zu den wichtigsten Reisemotiven vieler Urlauber zählen. Dass dieses Konzept aufgeht, zeigen die aktuellen Besucherzahlen. Über Ostern verzeichnete Zamora einen Zuwachs von 18 Prozent. Neben den international bekannten Osterprozessionen der Semana Santa sorgte insbesondere die renommierte Ausstellung „Las Edades del Hombre“ für zusätzliche Gäste.
Romanische Schätze und bewegte Geschichte
Die Stadt Zamora selbst blickt auf eine außergewöhnliche Geschichte zurück.
Christoph Strieder, Stadtrat für Tourismus und Entwicklung, erinnerte daran, dass die Stadt zu den bedeutendsten Zentren romanischer Baukunst Europas gehört.

Ihre Blütezeit erlebte sie im 12. und 13. Jahrhundert. Aus dieser Epoche stammen zahlreiche Kirchen und Klöster sowie die imposante Kathedrale, deren Bau 1151 begann. Bereits 1174 konnte das romanische Gotteshaus geweiht werden. Dank der vergleichsweisen kurzen Bauzeit gilt sie heute als eines der geschlossensten Beispiele romanischer Architektur in Spanien. Historische Bedeutung besitzt Zamora auch durch den Vertrag von Zamora, mit dem im Jahr 1143 König Alfons VII. von Kastilien und León seinen Cousin Alfonso Henriques als ersten König Portugals anerkannte. Die päpstliche Bestätigung der portugiesischen Unabhängigkeit folgte 1179 durch Papst Alexander III. Die Grenzlage zwischen Spanien und Portugal prägt die Region bis heute, weshalb die Zusammenarbeit im Tourismus mit Portugal neue Erlebnisse in Verbindung mit Reisen entlang des Flusses Douro/Duero schaffen soll.


Kulturell ist Zamora Teil der europäischen Kulturroute Transromanica. Gleichzeitig überrascht die Stadt mit einer bemerkenswerten Sammlung von Jugendstilbauten: Rund 19 Gebäude aus der Zeit um 1900 erinnern an den wirtschaftlichen Aufschwung während der Industrialisierung, die unter anderem durch eines der ersten Wasserkraftwerke der Region vorangetrieben wurde – eine weitere Sehenswürdigkeit für Technik-Begeisterte.
Natur und Genuss vor historischer Kulisse
Nur wenige Schritte von der Kathedrale entfernt fließt der Duero durch die Stadt und verbindet Natur und Kultur auf einzigartige Weise. Wer mitten im historischen Zentrum übernachten möchte, findet voraussichtlich ab 2027 im Parador, der in einem Renaissancepalast untergebracht sein wird, eine außergewöhnliche Unterkunft. Mit ihrem Mix aus romanischem Welterbe, Wein, regionaler Küche, Natur und nachhaltigen Reiseangeboten präsentiert sich Zamora als lohnendes Ziel für alle, die das ursprüngliche Spanien entdecken möchten.


Der Fluss Douro in Portugal: Vom Naturparadies bis zum Weinland
„Ein Fluss, unzählige Geschichten“ – unter diesem Motto stellte PR-Managerin Sandra Lorenz von Turismo de Portugal die vielfältige Douro-Region vor. Auf seinen 213 Kilometern durch Portugal zeigt der Douro immer wieder ein neues Gesicht. „Jeder Kilometer ist anders“, betonte Lorenz und warb für eine Reise durch eine der abwechslungsreichsten Landschaften der Iberischen Halbinsel.
Im Naturpark Douro Internacional prägen tiefe Schluchten und steile Felswände das Landschaftsbild. Bootsfahrten eröffnen eindrucksvolle Perspektiven auf die unberührte Natur, in der unter anderem Steinadler heimisch sind. Rund um Miranda do Douro können Besucher zudem die regionale Sprache Mirandês kennenlernen, die bis heute gepflegt wird.
UNESCO-Weinlandschaft mit langer Tradition
Weiter flussabwärts beginnt der Douro Superior mit seinen markanten Kontrasten. Hier bestimmen traditionsreiche Weingüter, von denen viele auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurückblicken, das Bild. Das Douro-Tal zählt seit 2001 zum UNESCO-Welterbe und gilt als die älteste abgegrenzte Weinregion der Welt. Es ist die Heimat des Portweins, dessen Geschichte bis heute auf den traditionellen Rabelo-Booten erlebbar ist, die einst die Weinfässer flussabwärts transportierten.

Besonders stimmungsvoll ist die Weinlese von Ende August bis Anfang Oktober. Dann werden die Trauben vielerorts noch von Hand gelesen und in den Weingütern verarbeitet – ein Erlebnis, bei dem Besucher den Winzern über die Schulter schauen oder sogar selbst mithelfen können.
Entspannt unterwegs auf Schiene und Wasser
Auch ohne Auto lässt sich die Region hervorragend entdecken. Die historische Douro-Bahnstrecke führt unmittelbar am Fluss entlang durch Weinberge und kleine Orte und zählt zu den schönsten Bahnlinien Europas. Ergänzt wird das Angebot durch Flusskreuzfahrten von sieben bis zehn Tagen, Yoga- und Picknickprogramme sowie zahlreiche Möglichkeiten, inmitten der Natur zur Ruhe zu kommen und neue Energie zu tanken.
Kulturerbe und lebendige Traditionen
Kulturell bietet die Region zahlreiche Höhepunkte. Dazu gehören das Wallfahrtsheiligtum Nossa Senhora dos Remédios in Lamego, das Douro-Museum, das die Geschichte des Weinbaus erzählt, sowie das barocke Herrenhaus Casa de Mateus. Traditionelles Handwerk rundet das kulturelle Angebot ab.
Aktivurlaub und maritimes Finale in Porto
Je näher der Douro dem Atlantik kommt, desto grüner wird die Landschaft. Die Region eignet sich hervorragend für Aktivurlauber mit Angeboten zum Wandern, Radfahren, Rafting und Canyoning. Zu den bekanntesten Naturattraktionen zählen die Passadiços do Paiva – ein rund neun Kilometer langer Holzsteg durch eine spektakuläre Flusslandschaft.
Den Abschluss einer Reise bildet Porto, wo der Douro in den Atlantik mündet.

Die UNESCO-geschützte Altstadt mit ihren historischen Brücken, die berühmte Buchhandlung Livraria Lello und die traditionsreichen Portweinkeller in Vila Nova de Gaia gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten.
links: Blick auf die historische Altstadt von Porto am Ufer des Douro
© Eberhardt TRAVEL
Rund 25 bis 30 Weinkeller mit etwa 80 Portweinmarken laden hier zu Verkostungen ein. An der Foz do Douro, wo der Fluss auf den Atlantik trifft, laden Promenaden, Terrassen und Restaurants zum Verweilen ein.

v.l.n.r. Claudia Miguel (Direktorin Portugiesisches Fremdenverkehrsamt), Rainer Schilling (Visit Zamora), Alvaro Blanco Volmer (Direktor Spanisches Fremdenverkehrsamt) Prof. Dr. Rulf Treidel (Fachhochschule des Mittelstandes Bielefeld), Sandra Lorenz (Visit Portugal), Christoph Strieder (Stadtrat für Tourismus und Entwicklung Zamora), Alberto Bosque (Tourismusministerium Castilla y Leon)
Foto: Frank Pfuhl
Anette Rietz ist PR- und Marketingmanagerin bei Eberhardt TRAVEL und Mitglied im Präsidium der Journalistenvereinigung CTOUR. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der internationalen Tourismusbranche verbindet sie fundierte Expertise in Destinationsmarketing und Medienarbeit mit Ihrer Leidenschaft für Kommunikation und Austausch. Bei Eberhardt TRAVEL begleitet sie die Entwicklung und Vermarktung hochwertiger Kultur- und Rundreisen in die ganze Welt. Als Reiseautorin und Reisebegleiterin berichtet sie bei CTOUR.de und im Eberhardt-Blog https://www.eberhardt-travel.de/reise-blog regelmäßig über Destinationen, Kultur und touristische Trends.
Fotos: Visit Zamora, Eberhardt Travel, Frank Pfuhl, Sylvia Acksteiner
