CTOUR auf der ITB: Nepal - Spitzen und Farben auch für Senioren 1

CTOUR auf der ITB: Nepal – Spitzen und Farben auch für Senioren

logoNepal ist das Land mit den acht von vierzehn Achttausendern, den höchsten Bergen der Welt. Doch Spitze ist Nepal nicht nur geografisch, sondern auch in punkto Farbigkeit.

Dazu eine Episode vor der Pressekonferenz auf der ITB: Eine Weinflasche wird geöffnet. „Die kommt aber nicht aus Nepal.“, witzelt ein Journalist. „Oh, wir haben fast alle Obstsorten in Nepal auch vier Traubensorten.“, korrigiert Dil Gurung, der Vertreter des Fremdenverkehrsamtes von Nepal in Berlin. „Allerdings ist Weinherstellung bei uns noch nicht relevant, insofern haben Sie recht.“, ergänzt der untersetzte, freundliche Mann flink und ist voll in Fahrt die Farbigkeit seines Landes zu präsentieren. Denn Nepal hat alle Klimazonen vom arktischen Klima in der Mount Everest Region bis zu den Tropen im Flachland. Der Höhenunterschied in Nepal liegt zwischen 60 und 8.848 Metern. Das kleine Land ist sozusagen eine kleine Welt. Die Tiervielfalt ist sehr groß. Exoten sind für Europäer z. B. Nashörner, Wild-Elefanten, Tiger, Krokodile, Kobras und zwei Leopardenarten, darunter auch der seltene Schneeleopard. 10 Nationalparks und 3 Reservate hat die Regierung eingerichtet.

Dil Gurung, der Vertreter des Fremdenverkehrsamtes von Nepal in Berlin Foto: H. Schmidt
Dil Gurung, der Vertreter des Fremdenverkehrsamtes von Nepal in Berlin
Foto: H. Schmidt

Die Vielfalt Nepals zu zeigen, ist auch das Ziel der Pressekonferenz auf der ITB. Frau Nandini Lahe-Thapa, Direktorin für Marketing und Promotion beim Nepal Tourism Board, zeigt die Farbigkeit des Landes bei der Kultur. „Wir sind ein lebendiges kulturelles Museum.“ In der Tat leben in der föderalen Republik 125 ethnische Gruppen. Das Katmandu-Tal hat in einem Umkreis von 20 Kilometern allein sieben kulturelle Weltkulturerbe.

Höhepunkt wird aber wohl immer der höchste Berg der Welt sein. Nepal bietet aber Ausweichmöglichkeiten an. Immerhin acht Achttausender reihen sich wie Perlen auf dem Himalaya Gebirge. Vor 60 Jahren war die Erstbesteigung des Mount Everest (29. Mai 1953). Dieses „Diamantene Jubiläum“ wird mit Festivals, Symposien und selbstverständliche Trekking und Bergsteigen würdig begangen. Wer sich ohne Anstrengung an der Schönheit der Achtausender Berge erfreuen will, der wähle eine leichte Flugmaschine.
Ein Aufstieg auf den Mount Everest kostet übrigens für eine Gruppe von bis zu sieben Bergsteigern 50.000 Dollar. Trotzdem entwickelt sich die Region allmählich zu einer Region des Massentourismus.
Nepal arbeitet für Touristen an einigen Neuheiten. Der Dorftourismus wird entwickelt. Der Gast kann nach einer Wanderung bei Familien übernachten. Der große Himalaja-Trail – dieser Wanderweg wurde auf der ITB 2012 bereits vorgestellt – wird weiter entwickelt. 1.700 km ist der Weg lang. Ein kräftiger Wanderer benötigt für diese Wegstrecke etwa 120 Tage. Doch es gibt viele Möglichkeiten für andere Sportarten außer Trekking und Bergsteigen: Rafting, Canyoning, Kajak, Paragliding, Bunge Jumping, Ultralight-Flug Ballonfahrten, Ausritte oder Elefantenpolo.
An das alte Problem der Direktflugverbindungen nach Europa wird weiterhin gedacht. Bisher landen 29 Airlines in dem kleinen Land, darunter 7 aus Übersee. Es wurde ein Krisentelefon für Touristen geschaltet. Wer in Not ist, der kann dort anrufen.

Nepal2Vor 20, 30 Jahren kamen vorrangig Berg- und Aussteiger nach Nepal. Inzwischen entdeckt die Welt das kleine Land: 10 % Wachstum der Ankünfte von 2012 zu 2013, 36 % Repeater. Die wichtigste Klientel sind bisher die Briten gefolgt von den Deutschen. Trekking ist anteilig immer noch der wichtigste Reisegrund. Zum Schluss aber noch ein Knüller: Das Land mit den hohen Bergen hat für sich eine neue Zielgruppe entdeckt und möchte Senioren aus Europa zu einem mittelfristigen Aufenthalt einladen. DIL Gurung: „Wir bieten gute, freundliche Betreuung und gesundes Essen, haben westlich ausgebildete Ärzte und alle Wetter – auch eine angenehme Wärme. Nicht nur in Südeuropa auch in Asien werden sich Senioren wohlfühlen. Wir wollen die Visafrist von drei Monaten auf drei Jahre verlängern.“ Wer hätte das gedacht.