Ctour on Tour: Ein Viertel Großpolenring, bitte!

Netze? Vielleicht hat man irgendwann mal im Geografie-Unterricht davon gehört: im Zusammenhang mit Eiszeiten, Urstromtälern und Moränen. Dabei liegt der Fluss quasi vor der Haustür. Wir sind einem Geheimtipp auf der Spur.

Angekommen in der Marina von Slesin, dem früheren Schlüsselsee, im Gebiet der Wojewodschaft Wielkopolski/Großpolen. Die polnische Kernregion gilt seit rund 1000 Jahren als Wiege des ehemaligen Piasken-Königreichs. In der Ortsmitte passiert man den 1811 errichteten einzigen Triumphbogen des Landes zu Ehren Napoleons.

Start- und Endpunkt in der Marina Slesin

Wie man auf einem blauen Schild mit gelben Sternen unschwer erkennen kann, hat die EU hier mit kräftigen Finanzspritzen den Aufbau der Hafen-Infrastruktur unterstützt. Eine Schranke an der Einfahrt garantiert sicheres Parken. Von Berlin braucht man für die Strecke gerade mal drei stressfreie Stunden auf einer neuen Maut-Autobahn. Bis Konin, rund 100 Kilometer hinter Poznan/Posen, zahlt man dafür umgerechnet nur 15 Euro.

Lage des Großpolenrings in Polen und Europa

Nostalgische Verklärung?

„Witamy! Willkommen in Pollänn!“ werden wir zweisprachig – das klingt nett in unseren Ohren – vor dem Marina-Gebäude begrüßt. Der bullige Hafenmeister – er war mal Bodybuilding-Champion, erfahren wir umgehend per Handyfoto – strahlt und wünscht uns noch dazu „dzien dobry!“, „guten Tag!“

Hausboot MAGDALENA am Anleger

„Da hinten“, zeigt der kraftstrotzende Mann, „liegt die MAGDALENA, Euer Hausboot“. Der knapp zehn Meter lange „Dampfer“, eine „Vistula Cruiser 30“, ist für die nächsten Tage unser mobiles Ferienhaus. Pure Erholung à la Strandurlaub wird es während dieser Pionierfahrt nicht geben, denn es heißt Ruderwache gehen, mal den Kombüsendienst übernehmen und Festmacherleinen halten.

Bis zum Zweiten Weltkrieg galt die verschlafene Region, die von 1918 bis 1945 zum Warthegau in der damals deutschen Provinz Posen gehörte, als Verbannungsorte für jeden preußischen Beamten. In dem historischen Bildband „Zwischen Weichsel und Warthe – vom Leben, wie es damals war“ schreibt Heinz Csallner: „Meine Gedanken kehren wieder zurück zu den schnurgeraden Wegen auf weitem Land, der Wind spielt mit dem Laub der Birken, über mir der endlose blaue Himmel, Wolken ziehen langsam vorüber, ich lehne mich an den Stamm einer Birke, spüre den leichten Sommerwind, schließe die Augen…Ruhe, Glück, Heimat…, etwas, das man nicht beschreiben kann“. Aber vielleicht nachempfinden?

Wir sind sehr neugierig geworden. Im Spätsommer, haben wir uns – aus „nostalgischer Verklärung“? – aufgemacht ins Land unserer Väter. „Weil das maritime Abenteuer wartet“, wie Bootseigner Lukasz Krajewski verheißungsvoll sagt, als wir uns telefonisch verabschieden.

Unter der Milchstraße
19.15 Uhr: Nachdem wir Klamotten und Verpflegung verstaut und uns mit dem Boot vertraut gemacht haben, wollen wir doch noch ablegen. „Ist mir hier zu laut in der Marina“, begrüßt mein Steuermann Marcel diese Entscheidung. Beruflich ist der Brandenburger als Zweiter Nautischer Offizier weltweit auf dem Kreuzfahrtschiff AMADEA unterwegs: „Da hab´ ich an Bord schon genug Trubel um die Ohren.”

Leinen los und ein! Langsam dreht MAGDALENA auf den Jezioro Slesinski/Schlüsselsee hinaus, durch den die Notec/Netze zu Tal fließt. Durch das gleichnamige von der letzten Eiszeit und ihren Schmelzwässern ausgespülte Urstromtal. Es wird langsam dunkel, so dass die Navigationslichter eingeschaltet werden müssen. Jetzt heißt es nur noch einen Übernachtungsplatz finden. Nach rund vier Kilometern Fahrt finden wir eine stille von Schilf und Wald begrenzte Bucht. Der Anker plumpst ins Wasser, so dass ein paar Wasservögel verschreckt auffliegen. Im Bordbuch entdeckt Marcel den Hinweis, dass man über Nacht weder fahren noch irgendwo ankern darf, sondern eine Marina ansteuern muss. Da ist guter Rat teuer: Wohin also jetzt? Wir gehen mal davon aus, dass die Wasserschutzpolizei um diese Zeit keine Streife mehr fährt.
Die Küche bleibt heute kalt, denn wir haben uns mit Würstchen und Kartoffelsalat eingedeckt.

Bei Kerzenschein und Wein, von lauem Wind und leisem Schilfrauschen umfächelt, besprechen wir entspannt den nächsten Tag. Nur der Mond grinst durch das Baumfiligran. Erster geplanter Fixpunkt: zehn Uhr am nächsten Vormittag, dann nämlich öffnet die Schleuse „Sluza Gawrony“ in zwei Kilometern Entfernung. Kein Problem, wir können ausschlafen und in Ruhe frühstücken.
Tagesausklang unter der funkelnden Milchstraße in absoluter Stille. Die Nacht bleibt störungsfrei. Am nächsten Morgen steht die Netze-Taufe an: ein hüllenloser Sprung in den Fluss zum Munterwerden, opulentes Frühstück, Anker auf und los in Schleichfahrt, denn wir haben Zeit. So soll es auch bleiben, nehmen wir uns vor.

Robuste Preußen-Technik

Marcel hat in der Schleuse festgemacht

Eine Stunde später stehen fast acht Meter Wasserfahrstuhl-Fahrt nach unten auf dem Arbeitsprogramm mit zwei Schleusen. Bei der Tal-Schleusung kann man bis nach vorn vorfahren, zu Berg sollte man wegen des kräftig einströmenden Wassers besser hinten bleiben. Die Festmacherleine hat Marcel schon an der mittleren Decks-Klampe klar gelegt.

Jetzt heißt es nur noch Ruhe bewahren für die weiteren Schritte: Maschinentelegraf auf langsame Fahrt legen, Kammermitte ansteuern, Festmachmöglichkeiten ausspähen, Ruder leicht nach Steuerbord legen, an der Wand entlang gleiten lassen, Maschine zurück, Stopp und vielleicht noch mit dem Bootshaken an die Wand ziehen. Hier, mit senkrechten gelben Streifen markiert, verlaufen von oben nach unten Stangen oder Leitern. Auch übereinander in der Mauer eingelassene Poller kann man benutzen und der jeweiligen Bootslage anpassen.

Marcel holt das Auge des Tampens durch, streift es über die Klampe und hält das Boot mit dem losen Ende. Das Boot liegt fest, und die Leine rutscht mit. Nach oben oder unten, je nachdem. Im Prinzip alles ganz einfach. Die Maschine wird in einer Schleuse übrigens immer ausgeschaltet. Auch um eventuelle Hinterleute nicht durch Abgase zu belästigen.

„Dzien dobry! Guten Tag!“, grüßen wir den freundlichen Wärter der „Sluza Gawrony“, der sieben Zloty 20 Groschen kassiert und sogar per Hand eine Quittung ausstellt.

Ein Schleusenwärter bedient 110-jährige Technik

So geht es problemlos abwärts mit 110-jähriger preußisch-robuster Technik, die dank EU-Renovierung bis heute einwandfrei funktioniert. „Do wi- dzenia! Auf Wiedersehen!“ und ab geht´s zur nächsten Schleuse. Nach nur einem Kilometer Fahrt auf dem natürlichen Slesinski Kanal, der die Seenkette verbindet, erreichen wir die „Sluza Kozewo“. Das gleiche Spiel. Aber dann ist erst mal Schluss mit der Schleuserei – bis zur Rückfahrt.

Wer allerdings den kompletten Großpolenring befahren möchte – insgesamt sind das rund 700 Kilometer – hat 24 Schleusen zu passieren. Bei einem Abstecher nach Bydgoszcz/Bromberg und zur Wisla/Weichsel kommen noch einmal zwei dazu. Ein wochenlanger Ritt, aber eine echte Herausforderung an Mensch und Material

Pruzzen an Backbord
Hinter der Schleuse heißt die Verbindungsstrecke über die Netze jetzt Warta-Goplo-Kanal. Die Flusslandschaft in allen Grünschattierungen wirkt beruhigend. Hohe Schilfwände links und rechts verdecken an vielen Stellen den Blick.

Nur hin und wieder lugt ein historisch anmutendes, löchriges Ziegeldach über die Spitzen oder ein Angler durch die Halme. Die Polen lieben das stundenlange Hocken am und Starren aufs Wasser, ihr Nationalsport Nummer eins.

Angler trifft man überall an den Ufern

Historische Ortsnamen wie Königsthal, Teichmulde oder Liliendorf in der deutsch-polnischen Karte weisen auf die Trockenlegung der Bruchlandschaft durch Kolonisatoren hin, Friedrichsau auch auf den Initiator, Preußens König Friedrich der Große.

Uns interessieren auch die Fahrwassereigenheiten wie Strömung, Sandbänke und Wassertiefen. Zwischendurch aber werfen wir auch immer wieder ein Auge auf die strotzende Natur ringsum: Backbord ein Biberbau, Steuerbord Kraniche, hoch über dem Boot ein Seeadler, Gruppen von tanzenden Kiebitzen, im Tiefflug neben uns weiße und graue Reiher, vor uns startende Schwäne. Wir wissen gar nicht, wohin wir zuerst schauen sollen. „Wie Mangrovewald, nur schöner und belebter“, ist Marcel begeistert, „nirgends störende Windräder oder Stromtrassen“.

Das einsame deutsche Kirchlein von Warzymovo

An Backbord, bei Kilometer 29, plötzlich eine größere Lücke, in der ein Backstein-Kirchlein auftaucht. Zum Glück gibt es einen Holzponton zum Anlegen. Wir machen fest und laufen den kleinen Moränenhügel hinauf. Warzynowo nennt sich der Flecken, wie aus den Hinweistafeln – leider nur auf Polnisch – zu entnehmen ist. Die erklärenden Zeichnungen lassen auf eine Pruzzen-Siedlung aus dem 13. Jahrhundert schließen, während die arg zerfallene Kirche an eine deutsche Gründung erinnert. Der sie einst umgebende Friedhof ist eingeebnet. Das übriggebliebene Pfarrhaus ist zwar noch bewohnt, aber ein trauriger Trümmerhaufen.

Blick vom Kirchhügel auf die Netze und das Schiff

Overflow mit Folgen
Nach dem Ablegen erreichen wir nach zwei Kilometern den Jezioro Goplo/Goplo See. Laut Karte 27,5 Kilometer lang, 2,5 Kilometer breit und unter Schutz gestellt. Während im Ostteil noch einige Marinas auszumachen sind, ist der flache Westteil zwar in der Mitte befahrbar, aber einige Buchten sind komplett gesperrt und nur Wasservögeln vorbehalten.

Fahrt über den stillen Goplo See

Die Sonne scheint und wir lassen uns vor dem Wind treiben. Steuermann Marcel ist dreieinhalb Jahre auf der Marine-Bark GORCH FOCK (II) gesegelt und fühlt sich erinnert: „Aber so leger und locker wie hier mit Baden, Sonnen und Mittagsschläfchen – das gab´s da nun doch nicht“.

Nach Sonntags-Kaffee und Gebäck an Oberdeck wird die Maschine wieder gestartet und gemächlich weitergebummelt. Stressfrei und völlig entspannt. Zum Übernachten haben wir uns die Marina in dem Städtchen Kruszwica/Kruschwitz in der Region Kujawy/Kujawien ausgesucht. Es bleibt auch keine andere Wahl.

Diesmal begrüßt uns eine freundliche Hafenmeisterin. Ihre Antwort auf unsere Preisfrage überrascht uns: nur 25 Zloty, etwa sechs Euro, für den Liegeplatz, Strom und Wasser. Während Marcel den Tank auffüllt, fahre ich mit dem Mann der Chefin zur nächsten Tankstelle, um die Reservekanister – für den Fall der Fälle – aufzufüllen. Er freut sich sehr über einen Fünf-Euro-Schein. Dann sehe ich auf dem Vordeck unserer MAGDALENA Matratzen liegen. „Hast Du ein Sonnenbad genommen?“, frage ich Marcel, aber der schüttelt nur den Kopf: „Tut mir leid, aber das Wasser ist übergelaufen!“ Nicht etwa am Decks-Einfüllstutzen, sondern in meiner Kammer Vorpiek-Kammer. Ein „sauberer“ Overflow mit nassen Folgen. Das konnte selbst Fachmann Marcel nicht ahnen! Den Sprit füllen wir per Schlauch und Ansaug-Methode ein. Zurück bleibt ein übler Geschmack. Den schließlich bekämpfen wir entschlossen beim abendlichen Malefiz-Spiel mit ein paar Gläsern Wein.

Der Mäuseturm der alten Piasken-Festung Kruczwica

Für den nächsten Vormittag haben wir uns einen Stadtbummel vorgenommen: mit ergänzendem Proviant-Einkauf – sehr preiswert für unsere Verhältnisse – vorbei an der romanischen Stiftsbasilika und mit einem Rundgang über das Burggelände aus dem 14. Jahrhundert. Der Festungs- oder Mäuseturm und Reste der gewaltigen Feldsteinmauer aus der Piasten-Zeit des Fürsten Popiel haben die Stürme der Zeit überdauert.

Wir tuckern auf dem Bydgoski Kanal/Netze-Bromberg-Kanal weiter nach Norden. Durch eine schmale Seenkette und auf kilometerlanger Kanalstrecke. Die hat sich durch das wuchernde Schilf auf eine Fahrwasserbreite von nur noch acht Metern verengt. Umgestürzte Bäume, von Bibern gefällt, wie man über all an den Nagespuren sehen kann, sorgen für zusätzliche Navigationshindernisse.

Erstes Bieber-Baumopfer und Fahrthindernis auf der oberen Netze

Nautiker Marcel sitzt am Ruder, fährt begeistert Slalom und strahlt: „Das ist doch mal was ganz anderes als einen schwerfälligen 30.000-Toner zu steuern!“

Exotischer als Amazonas
Querab von Inowroclaw, der Hauptstadt Kujawiens, ragen Schornsteine und Dampfwolken eines gigantischen Kalkwerks in den blauen Himmel: „Eine Symphonie in Hässlichkeit“, findet Marcel. Er wundert sich zudem, dass hier mal Binnenfrachtschiffe verkehren konnten. Heute übernehmen endlose Güterzüge die weiße Fracht.

Bald sind wir wieder umzingelt von unzerstörter, urwüchsiger Natur. Bis voraus bei Kilometer 81 doch noch eine Schleuse auftaucht: Pakosc/Rakosch.

Eingelaufen in die Schleuse Pakosc, Rakosch
Der Kirchturm von Rakosch überragt das Flussgrün

Für einen Restaurantbesuch im „Ryba“, das berühmt ist für seine lokalen Fischgerichte, ist es noch zu früh. Also dackeln wir weiter über den Mielno See. Aber, fühlen wir beide: Irgendetwas stimmt anscheinend mit der Steuerung und der Motorenleistung nicht. Bis ein schriller Pfeifton uns aufschreckt aus stiller Beschaulichkeit: Alarm! Der Yamaha-Sound erstirbt, aus der Traum. Zum Glück lässt sich der Motor hochklappen und das Malheur besichtigen: Schraube und Kühlwassereinlass sind völlig verkrautet. Nach der Reinigung erneuter Start, doch der Viertakter blubbert nur unwillig. Was tun? Erst mal ankern, dann telefonieren. Lukasz Krajewski sitzt 300 Kilometer entfern in seiner Basis Rybac am Frischen Haff. Aber er weiß Rat: „Ich schicke euch jemanden!“ Schon eine halbe Stunde später der erlösende Anruf: „Der Mechaniker sieht euch da draußen, versucht zur Marina Lacko/Römershof zu humpeln“. Mit langsamster Fahrt und ohne Wasserkühlung schleichen wir an den Steg. Es ist der Schleusenwärter von Rakosch, der uns nach seinem Feierabend freudig begrüßt. Der Mann macht sich ans Werk, und innerhalb von einer Stunde ist MAGDALENA wieder startklar.

Wir wollen heute noch bis Barcin/Bartschin bei Kilometer 100 dampfen. Die Landschaft im Abendlicht entschädigt uns voll und ganz, so dass wir bei Sonnenuntergang in der Marina festmachen können. Die übrigens gratis ist inklusive Wasser und Strom.

Die Sonne versinkt im stillen Goplo See

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den 83 Kilometer langen Rückmarsch. Nach einer sternklaren Nacht wabern spätsommerliche Nebelschwaden über die Netze. Wir lassen uns mit dem Frühstück Zeit, bis die Sonne sich langsam wieder durchsetzt.

Glückliches Ende der Reise nach 166 Kilometern

Der weltbefahrene Marcel meint am Ende, dass diese Premierenreise „durch das grüne ´Nichts`“ exotischer sei als eine Amazonas-Fahrt. „Welcher deutsche Hausbootskipper ist denn hier schon mal langgefahren?“ Am Ende wird er erstaunt feststellen: „Auf 166 Kilometern sind uns gerade mal eine Handvoll Boote begegnet. Wo gibt´s das noch im schiffbaren Europa?“

Informationen:
Der Grosspolenring ist frei von Berufsschifffahrt und gilt als Geheimtipps für Wasserwanderer. Dennoch sollten Sportbootfahrer unbedingt über Fahrkenntnisse verfügen, vor allem bei Schleusen-, Berg- und Talfahrt, An- und Ablegemanöver unter Strömungsbedingungen, Fahrwassertonnen; Achtung (Uwaga!): Der Fahrhebel für Voraus- und Zurückfahrt ist schwergängig! Manöver ohne Hektik entsprechend vorausschauend planen und durchführen!

Der rund 700 Kilometer lange Großpolenring im Überblick

Die Netze (polnisch Notec) ist mit 366 km Länge wichtigster Nebenfluss der Warthe (polnisch Warta) und folgt dem Thorn-Eberswalder-Urstromtal mit einer moorigen Bruchlandschaft, dem Netzebruch (vom 12. bis 14. Jhdt. fand die deutsche Kolonisation statt, erst Anfang des 18. Jhdts. begann man den Bruch trockenzulegen). Die Netze entspringt in Großpolen zwischen Kolo (Kolo) und Wloclawek (Leslau), durchquert den Goplo See, an der Stadt Inowroclaw(Hohensalza) im Zentrum Polens und fließt südlich an Pila (Schneidemühl) vorbei und mündet bei Santok (Zantoch) in die Warthe. Eine Kanalverbindung (Bromberger Kanal, Kanal Bydgoski, erbaut 1772 bis 1774) besteht über Bydgoszcz (Bromberg) zur Weichsel (Wisla).

MAGDALENA-Bootsdaten
Vistula Cruiser 30;Baujahr 2012; Länge: 9,50 m; 2,92 Meter Breite; 0,45 Meter Tiefgang; 2,0 Meter Stehhöhe in der Kabine; 25 PS-Yamaha-Außenbord-Benziner (Schraube zum Reinigen von Wasserpflanzen hochklappbar); 2 – 4 Liter-Benzin-Verbrauch (95 Oktan)/Stunde (je nach Fahrtstufe bzw. Stromrichtung); Tankkapazität: 120 l (dazu 3 Reservekanister à 20 l); Geschwindigkeit (max.): 10 – 12 km/h pro Stunde; überdachter Außenfahrstand;
max. 6 Schlafplätze für Erwachsene in zwei Doppelkabinen sowie 2 im Salon (optimal von den Platzbedingungen her wären 2 Einzelpersonen bzw. 2 Paare; DVDTV/CD; Bettzeug sowie Hand- und Geschirrtücher sind mitzubringen; Küchenecke (Gasbetrieb, auch der Kühlschrank (65 l); Geschirr, Küchengeräte etc. ausr. vorh.), Dusche/WC, 1 Außendusche am Heck; Gas-Zentralheizung; 1 Wassertank 800 l; 2 Ladestecker für Mobiltelefone (funktioniert allerdings nur bei Landanschluss in Marinas);
Heimathafen: Gdansk/Danzig; Das Fahren des Bootes ist führerscheinfrei.

Preisgünstig einkaufen kann man in den Marina-Orten Slesin, Kruszwica und Barcin. Wenn man per Pkw anreist, kann man sich schon zu Hause eindecken, aber in Polen ist es wesentlich günstiger und genauso gut. Kreditkarten werden akzeptiert. Geld umtauschen sollte man auch, z.B. um die Schleusungen mit jeweils 7,20 Zloty zu bezahlen.
Durch die Ausrüstung mit großen Tanks ist man bei einer 7-Tage-Reise relativ unabhängig. An den Marinas gibt es keine Tankstellen; die liegen nur in den wenigen größeren Ortschaften. Die Hafenmeister sind allerdings behilflich beim Transport per Pkw – gegen ein Trinkgeld natürlich. Vor der Abfahrt jedoch unbedingt Tankuhrkontrolle und möglichst noch einen Reservekanister auffüllen. Obwohl ein voller Tank für eine Woche reicht, wenn man sich an die optimale Umdrehungszahl von 1250 UpM hält.

Literatur:
Verbunden sind beide Flüsse durch Seen und Kanäle. Eine alte, wohlbekannte Schifffahrtsroute, in deren Mittelpunkt Posen liegt und eng mit der Geschichte Polens verbunden ist. Auf Polnisch wird sie Wielka petla Wielkopolski genannt, der Großpolen-Ring. Seine Gesamtlänge beträgt rund 700 Kilometer, er wurde 1882 eröffnet und diente dazu, Landwirtschafts- und Industrieprodukte auf dem Wasserweg zu befördern. Nach der politischen und wirtschaftlichen Umstrukturierung dient der Großpolen-Ring nur noch dem Wassersport. Literatur: „Navigatoionsführer Der Grosspolenring „Wielka Petla Wielkopolski Warta-Notec-Goplo-Warta; ISBN: 978-83-924946-4-5.

Reiseführer: Polyglott POLEN, ISBN 978-3-8268-1947-6;  Höfer-Verlag ( www.hoeferverlag.de);
„Navigationsführer Grosspolenring“ liegt an Bord vor (sollte aber vorher kostenlos über www.wielkopolska.travel bestellt und studiert werden; ebenso vorhanden ein Betriebsbuch im Überblick, allerdings nur auf Englisch und nicht detailliert genug.
Als historische Begleitlektüre zu empfehlen: „Schrimm, Schroda, Bomst“ von Gabriele Hornung (ISBN 3-923511-01-9) und „Zwischen Weichsel und Warthe“ von Heinz Csallner (Edition Dörfler im Nebel Verlag, Utting).

Meine Tipps
 Die aktuellen Schleusen-Öffnungszeiten (sowie die Notfallnummer) sollte man sich vorher notieren. Vor den Schleusen gibt es keine offiziellen Anlegestellen für Sportboote! Lebensmittel-Vorrat am besten für eine Woche mitnehmen. In den genannten Ortschaften kann man natürlich auch „nachbunkern. Empfindliche Lebensmittel sollte man in einer Kühltasche transportieren. Baden in (sauberem) Wasser ist übrigens kein Problem. An der Badeplattform ist eine Dusche angebracht. Die Badeleiter ist sehr kurz und schmal. Man braucht Kraft, um sich wieder an Bord zu ziehen.

Weitere Informationen:
www.zeglugawislana.pl

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