CTOUR on Tour „Glück auf!“ Saalfeld – Ein Erlebnistag in der „Steinernen Chronik Thüringens“

Die über 1100jährige Kreisstadt an der Saale hat Besuchern viel zu bieten. Wegen ihrer zahlreichen gut erhaltenen mittelalterlichen Bauten ist die einstige Bergbaustadt Saalfeld auch als „Steinerne Chronik Thüringens“ weit über den Freistaat hinaus bekanntgeworden.

Es empfiehlt sich, die Stadt zunächst auf dem gut ausgeschilderten Historischen Rundwanderweg per Pedes zu erkunden. Starten sollte man auf einem der größten und schönsten Marktplätze Thüringens vor der imposanten Kulisse des von 1529-1537 erbauten Renaissance-Rathauses, heute Sitz der Stadtverwaltung und des 2018 neu gewählten Bürgermeisters Dr. Steffen Kania.

Blick vom Turm der St. Johanneskirche auf den Marktplatz und das Rathaus in Saalfeld

Am Markt befindet sich ebenfalls die Tourist-Information, wo man Übernachtungen, Tickets und auch die Erlebnisführungen „Saalfelder Nachtschwärmerei“ oder die beliebte „Saalfelder Bierkellerführung“ buchen kann.

Burgruine „Hoher Schwarm“

Zu den Sehenswürdigkeiten der Saalestadt zählen u. a. die Burgruine „Hoher Schwarm“, eines der Wahrzeichen der Stadt, die vier Stadttore (sie sollen schrittweise in den kommenden Jahren für Besucher zugängig gemacht werden) sowie das 1904 im ehemaligen Franziskanerkloster gegründete Stadtmuseum.

St. Johanneskirche in Saalfeld

Highlights sind hier u. a. die Sammlung spätmittelalterlicher Sakralkunst mit dem großen Marienaltar (1489), eine geologische Sammlung aus der Zeit des Bergbaus in der Region, das Münzkabinett in der ehemaligen Klosterbibliothek, die Sammlung thüringischer Trachten sowie die Galerie Saalfelder Künstler.

Einzigartig der gotische Dachstuhl (1293-1314) sowie die Kreuzgänge im Ost- und Westflügel des einstigen Klosters.

„Glück auf!“ Erlebniswelt Feengrotten
Probieren sollte man unbedingt Thüringer Spezialitäten wie Rostbratwurst oder Rostbrät’l vom Holzkohlengrill. Sie werden täglich an mehreren Ständen im Stadtzentrum frisch zubereitet.

Riesiges Tropfsteinmodell im „Grottoneum“

Die größte Touristenattraktion der Stadt, die Erlebniswelt der Feengrotten, empfängt die Besucher mit dem alten Bergmannsgruß „Glück auf!“. Über 19 Millionen in- und ausländische Gäste haben seit 1914 die imposante Tropfsteinwelt im ehemaligen Alaunschiefer-Bergwerk „Jeremias Glück“, Thüringens Wunder tief im Berg, besucht. Immer wieder faszinierend der Blick in den „Märchendom“ mit der prächtigen Spieglung der „Gralsburg“.

Der „Märchendom“ in den Saalfelder Feengrotten

Der schönste Hohlraum der lt. Guinnessbuch „farbenreichsten Schaugrotten der Welt“ wird auch gern für Hochzeiten genutzt. Lohnend auch das Erlebnismuseum „Grottoneum“ und besonders für Familien mit Kindern interessant der Abenteuerwald Feenweltchen, die Anderswelt der Feengrotten.

Im Feenweltchen, der Anderswelt der Feengrotten

Yvonne Wagner, Geschäftsführerin der Saalfelder Feengrotten und Tourismus GmbH, freut sich besonders über die im Dezember 2017 erfolgte Zertifizierung Saalfelds als „Staatlich anerkannter Ort mit Heilstollenkurbetrieb“ – in Thüringen bisher einmalig. Der bereits 1937 unter dem Namen „Emanatorium“ eröffnete Feengrotten-Heilstollen war Vorreiter der bewährten Heilstollen-Therapie in Deutschland. Thüringens Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft Wolfgang Tiefensee bei der Übergabe des Zertifikats:“ Das Prädikat ist ein Grundstein, damit die Erlebniswelt der Feengrotten, die Stadt und die gesamte Region weiter gemeinsam wachsen können“.

Schifffahrt auf dem „Thüringer Meer“
Nur 15 km von der märchenhaften Unterwelt der „Steinernen Chronik Thüringens“ entfernt erwartet die Besucher an der Hohenwarte-Saale-Talsperre eine weitere Attraktion. Hier laden die Schiffe der Fahrgastschifffahrt Hohenwarte zu verschiedenen Touren auf dem „Thüringer Meer“ ein.

MS Hohenwarte an der Sperrmauer der Saale-Talsperre Hohenwarte

Es bildet zusammen mit weiteren Talsperren im Rahmen der Saale-Kaskade mit einer Gesamtlänge von über 70 km das größte zusammenhängende Stauseegebiet Europas. Seit nunmehr 38 Jahren bietet Peter Gerwinat mit seinen derzeit drei Fahrgastschiffen auf dem bis zu 68 m tiefen Hohenwarte-Stausee die beliebten Fahrten in der einzigartigen fjordähnlichen Landschaft des Thüringer Schiefergebirges an. Er hatte auch die Idee für das alljährliche Spektakel „Stausee in Flammen“. Über das einstige Dörfchen Presswitz hinweg führt die interessante Rundfahrt-Route auch vorbei an begehrten Campingplätzen wie Schäferwiese, Alterbucht und Hopfenmühle.

Schifffahrt auf dem „Thüringer Meer“ bei Saalfeld

Immer wieder kreuzen Motor- und Paddelboote, aber auch rasante Wasser-Skiläufer unser Schiff „Saalethal“. Noch bis Mitte Oktober fahren die Schiffe über das „Thüringer Meer“. Gestartet wird an der Anlegestelle an der 75 m hohen, 412 m langen und an der Krone 6,7 m breiten Staumauer, die etwa 182 Mio. m3 Wasser auf einer Fläche von 7,3 km2 staut.

Mein Tipp: jeweils am Mittwochabend um 20 Uhr lädt die imposante St. Johanneskirche, eine der größten und schönsten Hallenkirchen Thüringens, zu den bereits seit 1950 stattfindenden Saalfelder Abendmotetten ein. Von Konzerten namhafter Organisten und der Thüringer Symphoniker über Auftritte der Thüringer Sängerknaben und des Oratorienchors sowie weiterer Chöre und Solisten reicht da die abwechslungsreiche Palette der Saalfelder Kirchenmusik – im prächtigen Kirchenbau mit ausgezeichneter Akustik immer wieder ein unvergessliches Erlebnis.

Wirt Thomas Schmidt am Tresen im Kult-Gasthaus „Zum Pappenheimer“

Danach empfiehlt sich der Besuch der historischen Gaststätte „Zur Alten Post“ oder des „Pappenheimers“, der längst Kultstatus genießt. Das von Saalfelder Künstlern ausgestaltete urige Gasthaus „Zum Pappenheimer“ in unmittelbarer Nähe der Johanneskirche ist auch Treffpunkt der „Saalfelder Vocalisten“ und der Sängerknaben. Gastwirt Thomas Schmidt veranstaltet hier regelmäßig die legendären Tresen-Rallyes mit Mini-Schiffsmodellen. Hier kann man auch mit einem guten Bier des Bürgerlichen Brauhauses Saalfeld, z. B. dem mehrfach als bestes Märzenbier Europas ausgezeichneten, würzigen „Ur-Saalfelder“, einen erlebnisreichen Tag in der „Steinernen Chronik Thüringens“ ausklingen lassen.

www.saalfeld.de
www.saalfeld-tourismus.de
www.feengrotten.de
www.fahrgastschiffahrt-hohenwarte.de
www.kirchenmusik-saalfeld.de
www.museumimkloster.de

Fotos: Hans-Peter Gaul

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