Alle Beiträge von Dr. Peer Schmidt-Walther

SEEFAHRTSNATION SCHWEIZ

Vom Flaggenzwerg zum Reedereiriesen

Eine Rezension von Peer Schmidt-Walther

Zugegeben: Der Titel klingt provokant. Mit einem Fragezeichen versehen, wäre diese Wirkung sofort verpufft. Doch nichts davon stimmt. Die Schweiz  i s t  eine Seefahrernation, und zwar nicht einmal eine ganz unbedeutende. 2020 umfasste die Schweizer Hochseeflotte noch 19 Schiffe – alle  unter Schweizer Flagge mit Heimathafen Basel -,  die von vier Reedereien betrieben wurden. 2016 lag sie  mit noch 49 Schiffen an 70. Stelle der Welthandelsflotte. Die Schweiz gilt als viertgrößter Reedereistandort Europas und ist auch ein Flaggenstaat für die Flusskreuzfahrt.

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STETTIN – JUWEL IM HERZEN POMMERNS

Touristische Stippvisite beim polnischen Nachbarn an der Oder

Nicht nur wenn es Strippen gießt, auch bei Sonnenschein quillt unsere Stralsunder Innenstadt regelrecht über – vor Touristen und Blech. Das ist gut fürs Geschäft, keine Frage, aber als Einheimischer gerät man da schnell zur Minderheit und verkriecht sich in die vier Wände. An die Strände zu fliehen wie früher, das erscheint zu Corona-Zeiten schier aussichtslos: Autolawinen, Parkplatznöte, Kurtaxe, Menschenmassen. Da fragt man sich, ob es nicht noch Alternativen gibt. Ja, die gibt´s, zwar im Ausland, aber doch ganz „dichte bi“ und wesentlich preiswerter. Wie wär´s da zum Beispiel mit der ehemaligen pommerschen Landeshauptstadt Stettin? Die ist gerade mal gut zwei Stunden Autofahrt  – entgegen dem allgemeinen Strom zur Küste – oder ein bisschen mehr per Bahn entfernt. Man verhält sich damit quasi antizyklisch. Klar, da pilgern auch Touristen auf ihren Sightseeing-Pfaden, aber in der Fast-Halbmillionenstadt verlaufen die sich auf angenehme Art.

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DREI MANN UND EINE GROSSE LIEBE

Vor 40 Jahren ging die Dampflok-Ära in Stralsund zu Ende: Was bleibt, ist einzig die Erinnerung. Gemeint sind die damals in der Hansestadt beheimateten Maschinen der Baureihe 03 10, wegen ihrer guten Fahreigenschaften auch „Salon- oder Schnellzugdampfer“ genannt.

Da sitzen sie dieser Tage um einen Packen Fotos herum, die alten Dampf-Haudegen Franz Eickhoff und Franz Starrey.
Der 30. Mai 1980 hat sich ihnen tief ins Gedächtnis eingegraben. Sie wissen noch ganz detailliert, wie dieser denkwürdige Tag im damals noch gepflegten DR-Betriebswerk Stralsund verlief.

(Bild oben: Sonderzug unter Volldampf von Berlin nach Stralsund)

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ZWISCHEN KAP ARKONA UND DEM RIO DE LA PLATA

Zwei Oberbayern vom Chiemsee auf Weltreise pausierten mit ihrem „Schorsch“ am Sund

Zufälle gibt´s…
Auf der Heilgeistbastion hinterm Kloster taucht ein Ehepaar auf. Am Boden ein Stralsund-Stadtplan. „Hallo, haben Sie den verloren?“ Die harmlose Frage stoppt sie: „Nein, das ist nicht unser!“ Bayern, das hört man sofort, genauer gesagt aus dem oberbayerischen Bergen im Chiemgau, „aber das Bergen auf Rügen haben wir auf dem Rückweg von Kap Arkona schon besucht“. Die Parkgebühren für drei Stunden am nordöstlichsten Punkt Deutschlands seien doch krass gewesen: 20 Euro für drei Stunden. „Schnell weg!“, hieß dann auch ihre Devise auf coronabedingter Rundreise durchs Land, das sie früher schon mit dem „Motorradl“ bereisten.

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EIN KURZ-KREUZFAHRTTAG AN DER MV-KÜSTE

Unter Dampf, Segel und Diesel die „Perlenkette“ erkunden

Nach Warnemünde kommen sie normalerweise fast alle, die großen Pötte auf Ostsee-Kreuzfahrt. Jetzt nicht mehr. Die „Perlenkette der Ostsee-Bäder“ bleibt ihnen coronabedingt verschlossen. Einheimischen und Gästen steht sie jedoch jederzeit offen. Also: Wie wär´s mal mit einem Kurztörn zwischendurch? Das geht bequem und preiswert an einem Tag.

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MIT TUNDRALAND INS OSTSEE-EIS

Frostiges Highlight für hartgesottene Individualisten

Die aktuelle Internet-Eislagekarte zeigt Rot:  d a s  Aufbruchsignal für Fans lautstarker Seefahrt durch die Bottenvik. Wenn der äußerste Nordzipfel der Ostsee alljährlich für mehrere Monate zufriert, müssen sich Frachter krachend zu ihren Bestimmungshäfen in Schweden und Finnland durchboxen. Entgegen jeder Klimahysterie.

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LEIDVOLLE PRAXIS EINES KAPITÄNS

Peter Grunewald berichtet aus seinem Alltag

Peter Grunewalds Schiff heißt zwar „Sans Souci“ – ohne Sorgen – , doch er hat genug davon, wenn er an den Zustand der deutschen Wasserstraßen denkt.Von 1983 bis 1985 erlernte er, 1966 an der Saale geboren, das Schlosserhandwerk. Von 1986 bis 1989 absolvierte er die Matrosenlehre. 1990 erwarb er sein erstes Patent. Er befuhr dabei Elbe komplett, Havel, Oder, Weser, untere Ems und Rhein.Von 1993 bis 1998 war er Schiffsführer auf Tankern und machte sich 1999 mit dem MTS „Ulrike“ selbständig. 2007 kaufte erdas Kabinenmotorschiff MS „Sans Souci“ und befährt seitdem damit ganzjährig die umfangreichen westeuropäischen Reviere. Zwischen Frühjahr und Herbst pendelt sie zwischen Kiel, Hamburg, Berlin, Stettin, Stralsund, Rügen, Hiddensee und Zingst.

Während einer Fahrt von Schwedt/Oder nach Magdeburg/Elbe (s. CTOUR Report) und weiter nach Mukrena/Saaleergaben sich problematische Situationen. Erst kürzlich haben wir über folgende Fragen, die sich aus der jeweiligen Situation vor Ort ergaben, gesprochen:

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UNGEWÖHNLICHE SCHLEUSEN-KREUZFAHRT

Leerfahrt mit unliebsamen Überraschungen zwischen Sund, Oder, Elbe und Saale

Auf der Rückfahrt von Stralsund über Stettin nach Berlin hat es sie kalt erwischt, die SANS SOUCI. Das 82 Meter lange Flusskreuzfahrtschiff aus dem sachsen-anhaltinischen Peißen an der Saale musste in Schwedt an der Oder zwangspausieren.
Eigner und Kapitän Peter Grunewald, sonst eher ein Gemütsmensch, geriet aus dem Häuschen,
als man ihn über die Sperrung der Schleuse Hohensaaten informierte. Das bedeutete für seine Gäste eine vorzeitige Ausschiffung und für ihn herbe finanzielle Verluste.

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