Von Sylvia Acksteiner
Ein Bett, ein Schrank, ein Stuhl – manchmal braucht es nicht mehr für ein Zimmer.
In einem Hotel kommen Design, Dekor und Service dazu.
Wenn das Hotelzimmer aber noch eine Geschichte erzählen kann, dann ist es etwas ganz Besonderes.
Im The Posthouse Berlin kann man viele Geschichten erfahren.
„Hier gibt’s was zu erzählen“, begrüßt Hoteldirektor Falk Bartels seine Gäste.

Die Begeisterung über das historische Gebäude, das er seit September 2025 leitet, merkt man ihm sofort an.
Und so kann er über die Fakten seines Hauses im Plauderton berichten.
Von Briefen zu Betten
Gebaut wurde es in den 1930er Jahren als Postverteilzentrum für Berlin. Mit dem Anhalter Bahnhof, der nur wenige hundert Meter entfernt stand, war das Haus durch einen Tunnel verbunden. In den unteren Geschossen herrschte das geschäftige Treiben der Briefesortierung. In der dritten Etage befanden sich die Geschäftsräume, im vierten Stock gab es neben einem „Erfrischungsraum“ noch mehrere Dienstwohnungen und einen Sportbereich. Selbst ein größerer Dachgarten diente für Erholungspausen.
Noch bis Mitte der 1990er Jahre nutzte die Post das Gebäude für die Briefverteilung. Nach der endgültigen Schließung stand es lange Zeit leer, wurde in den 2000er Jahren zum Hotel umgebaut und ab 2013 zunächst als Crowne Plaza Berlin betrieben.

Premiummarke bei Leonardo
Nach der Übernahme durch die Leonardo Hotels firmiert es nun als Leonardo Limited Edition.
Mit dem The Posthouse Berlin bringt die Leonardo Hotel Group erstmals ihre Limited Edition -Kollektion in die Hauptstadt.
„Das sind Häuser mit Geschichte, und wir wollen diese Geschichte und die Emotionen von heute transportieren“, schwärmt Bartels, „hier verbindet sich historisches Flair mit zeitgemäßem Komfort und einer individuellen Note.“



So findet man Elemente des Art Déco in den Farben Bronze und Braun mit den Materialien Kupfer und Messing. Und Interior Designer Andreas Neudahm setzt blaue Akzente als Reminiszenz an die kaiserliche Post und die Familie Thurn und Taxis, der die Post im 19. Jahrhundert gehörte.

Die 256 Zimmer im The Posthouse Berlin sind ausgesprochen stilvoll eingerichtet, hier verbreitet sich sofort eine „Zuhause-Stimmung“. Die Deckenhöhen sind noch original um die 3 Meter, auf den Betten „unser Kissenmenü“, wie es General Manager Bartels formuliert, in jedem Zimmer eine Espresso-Maschine. Für die internationalen Gäste sind die Fernseher so konzipiert, dass man den eigenen Laptop über das TV-Gerät ausspielen kann. Und auch die Tapete macht den Aufenthalt zu einem behaglichen.


Die Gäste kommen vorwiegend aus Deutschland, die ausländischen reisen zum Beispiel aus Großbritannien, den USA oder der Schweiz an. In der Woche sind es eher Business-Kunden, auch von großen Unternehmen in der Nachbarschaft, am Wochenende kommt ein legeres Publikum dazu.

Eine enge Zusammenarbeit gibt es mit dem benachbarten Tempodrom. Wenn dort Musik-, Zirkus- oder Sportveranstaltungen stattfinden, profitiert das Hotel.
Ebenso bei großen Events in der Stadt. Die Zimmerpreis sind ein Mix aus Rate und Belegung. Die gängigen Online-Portale werden genutzt, es geht aber auch eine Direkt-Buchung über die Reservierungszentrale. Mit einem großen Plus: „Da sprechen noch Menschen“, verspricht der Chef des Hauses. Nach der Hotel-Klassifizierung mit Sternen gefragt, antworte Bartels: Das geht hier schon in die 5-Sterne-Richtung.
„Wichtiger sind uns aber Bewertungen, und da liegen wir bei einem Score von 9 Plus.“
Kulinarische Hommage an Berlin

Falk Bartels ist seit über 30 Jahren im Geschäft, und überall, wo er war, setzte er auch kulinarische Highlights. Kein Wunder also, dass die Karte im Restaurant The Post auch seine Handschrift trägt. Die Herausforderung: Berliner Küche modern und hochwertig umsetzen.
Dafür wurden Hoteldirektor Bartels und Küchenchef Pavlo Bal ein perfektes Gespann.
In der Speisekarte ist zu lesen: „Hier trifft Berliner Traditionsküche auf frische Ideen. Bekannte Klassiker werden neu interpretiert, modern zubereitet und kreativ angerichtet – ohne dabei den Bezug zu ihren Wurzeln zu verlieren.“
Beste Beispiele dafür sind Spinat mit Ei als „The Post Edition“, Königsberger Klopse als Kalbsbällchen mit Kapernsoße, Rote Bete und Topinambur oder Kalter Hund als Keks-Schoko-Dessert mit Sanddorn-Gel und Sorbet.


Die Zutaten wie Fisch und Fleisch, Käse und Gemüse kommen aus dem Brandenburger Umfeld.
Am Ende eines Hotelrundgangs und einer kulinarischen Kostprobe wird die Ankündigung des Generalmanagers „Wir wollen Emotionen transportieren“ absolut nachvollziehbar.

Der Medientreff im The Posthouse Berlin fand auf Einladung des Hotelpoint International statt – mit den Initiatoren Margot David, Prof. Jörg Soller und Frank Pfuhl.
Fotos: Königs-Fotografie, Berlin, Leonardo Hotels, Sylvia Acksteiner, Video Michael Wenkel
