GEBURTSTAGSKONZERT IM SCHLOSS FRIEDRICHSFELDE

von Hans-Peter Gaul

Während Berliner und Touristen das am ersten Winterwochenende gestartete Lichtspektakel „Weihnachten im Tierpark“ im größten Landschafts-Tierpark Europas bewunderten konnten sich Musikliebhaber im prächtig illuminierten Schloss Friedrichsfelde (Titelfoto) an zwei ganz besonderen Konzerten erfreuen.

Anlässlich des 250. Geburtstags von Prinz Louis Ferdinand von Preußen hatte die renommierte Berliner Musikagentur Schönherr in den Festsaal des Schlosses Friedrichsfelde im Berliner Tierpark eingeladen.
Fast auf den Tag genau konnten die Besucher dort, wo der Jubilar am 18. November 1772 zur Welt gekommen war, auch einige seiner musikalischen Werke erleben.

„Wir wollten mit den Konzerten den zu Unrecht im Musikleben kaum bekannten Komponisten und Pianisten ehren“,

so bei seiner Einführung Dr. Johannes Schönherr von der Musikagentur, die seit fast 30 Jahren mit mehr als 2000 professionellen Künstlern aus allen Sparten erfolgreich zusammenarbeitet.

Das berührende Geburtstagskonzert im festlichen Rahmen war nach musikhistorischer Beschäftigung anhand vorhandener Originalmaterialien zusammengestellt worden und orientierte sich weitgehend an der historischen Aufführungspraxis. Die ausnahmslos verwendeten historischen Original-Instrumente trugen somit wesentlich zum Konzerterlebnis mit dem Ensemble Anima Sonitum Berlin bei. So stammte die Violine vom Ende des 18. Jh. aus Deutschland. Die Bratsche wurde um 1780 von Johann Keffer in Goysern/Oberösterreich gebaut. Das Violoncello schuf Daniel Achatius Stadlman 1730 in Wien. Der Hammerflügel, gebaut von Robert Brown bei Salzburg, ist ein Nachbau nach Michael Rosenberger aus Wien um 1800.

Festliches Konzert an der Geburtsstätte des Komponisten, Pianisten und Feldherren im Schloss Friedrichsfelde im Tierpark Berlin

Während die Kompositionen seiner Tante Anna Amalia von Preußen (1723 – 1787) und von Bachschüler Johann Philipp Kirnberger (1721 – 1783) zunächst an die musikalischen Wurzeln des Jubilars erinnerten, galt das Interesse der Berliner Konzertbesucher vor allem den beiden perfekt dargebotenen Werken des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen (1772 – 1206): Grand Trio Es-Dur Op. 10 und Klavierquartett f-Moll für Pianoforte, Violine, Viola und Violoncello Op. 6.

Unverkennbar, dass Ludwig van Beethoven, den er 1796 in Berlin getroffen hatte, im musikalischen Schaffen eines seiner Vorbilder war.

Mit viel Beifall und Blumen dankten die Besucher im Schloss Friedrichsfelde dem Ensemble Anima Sonitum Berlin mit Sayako Kusaka (Barockvioline), Aino Hildebrandt (Barockbratsche), Lea Rahel Bader (Barockcello) und Beni Araki (Cembalo, Hammerflügel) für ein ganz besonderes Konzerterlebnis.

Viel Beifall und Blumen gab’s für das hochkarätig besetzte Ensemble Anima Sonitum Berlin

Mit dem Konzert an historischer Stätte wurde auch des Feldherren Prinz Louis Ferdinand von Preußen gedacht, der am 10. Oktober 1806 bei der Schlacht von Saalfeld-Wöhlsdorf ums Leben kam.

Historische Schlacht-Nachstellung vor einigen Jahren bei Saalfeld

Das am 19. Oktober 1823 zum 10. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig an der B 85 in Wöhlsdorf eingeweihte imposante

Schinkel-Denkmal erinnert daran.
Nachdem der Leichnam einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Hohenzollern zunächst in der Fürstengruft der Saalfelder Johanneskirche beigesetzt worden war, wurde er 1811 in den Berliner Dom in seiner Heimatstadt überführt.


links: Denkmal zu Ehren von Prinz Louis Ferdinand von Preußen in Saalfeld-Wöhlsdorf

Fotos: Hans-Peter Gaul

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