DRESDEN NEU ERLEBEN

Von Sylvia Acksteiner

Die sächsische Hauptstadt zu kennen, ist das eine, sie neu zu erleben, ist ein Genuss.
Dresden hat seit April 2026 die spektakuläre Fest-Etage im Residenzschloss eröffnet.
Im Barockviertel „residiert“ ein Sterne-Koch.
Die älteste Raddampferflotte feiert 190. Geburtstag.
Das „Blaue Wunder“ ist immer noch wunderbar, ebenso wie die Standseilbahn zum Weißen Hirsch.
In einem der Elbschlösser bietet Winzer Müller seine besonderen Tropfen an. Nebenan öffnet das Lingnerschloss für alle.
Das Kraftwerk Mitte und die Staatsoperette gehören seit zehn Jahren zusammen.
Und der Neptunbrunnen ist ein absoluter Geheimtipp.

VIDEO von Michael Wenkel

Schatzkammer im Schloss

Man kann nicht genug Lobeshymnen und preisende Worte finden. Was seit April 2026 im Dresdener Residenzschloss zu sehen ist, wird als einzigartig, als spektakulär, als prächtig beschrieben. Und tatsächlich öffnet sich mit der Festetage eine Welt der sächsischen Kurfürsten und Könige mit Tausenden Kostbarkeiten sowie restaurierten Räumen und Sälen.

Die Englische Treppe in Weiß und Gold und Rot – als Barocktreppenhaus rekonstruiert – ist heute der Haupteingang zu den Museen des Schlosses.

Im Riesensaal mit Tonnengewölbe und Rautenmuster sind historische Rüstungen ausgestellt.

Auffällige Fußkampf-Figuren mit Harnischen, Federbüschen und farbigen Turnierkostümen

Es folgt das 1. Highlight: der Kleine Ballsaal mit der vergoldeten Kassettendecke.

Die Musiker standen auf der Empore. Und mit dem großen Kristallleuchter an der Decke, den restaurierten Kerzenständern, dem

Parkettboden und den Malereien an den Wänden kann man sich vorstellen, welch eine festliche Atmosphäre hier entstehen konnte.

Im Langen Gang dann – er ist tatsächlich 105 Meter lang – eine Gewehrgalerie mit Säbeln, Degen, Schwerter. Darunter sind Kostbarkeiten, von denen es nur ein Dutzend auf der ganzen Welt gibt.

Säbel, Degen und Schwerter in Waffenvitrinen – dazwischen Ganzkörperporträts von sächsischen Herrschern

Im Großen Ballsaal wurde die Gestaltung von 1848 wieder aufgenommen. Hier sind die schönen Dinge der Invention ausgestellt. Inventionen waren Prestigefeiern wie Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen.

Sonnenmaske, die bei großen Festen getragen wurde

In den Vitrinen erblickt man einmalige Kunstobjekte, unter anderen einen goldenen Inventionsharnisch oder ein mit 500 Glöckchen besetztes Pferde-Schlittenzeug.

Und nebenan im Propositionssaal dann noch August der Starke in Lebensgröße, mit seinem Krönungsornat.

www.skd.museum

Gourmetküche „at its best“

Sternekoch Mario Pattis erfüllt sich seit zwei Jahren einen Traum. Im Dresdner Barockviertel hat er gemeinsam mit seiner Frau Simona das Restaurant „Feine Kost“ eröffnet. Im Wallgäßchen erreicht man die Eingangstür durch einen modernen Innenhof. Und ist dann im eher nüchternen Gastraum, aber mit Echt Meißener Porzellantellern an den Wänden, und mit ganz eigenen Geschmackserlebnissen.

Fine Dining auf den Tischen und Meißner Porzellan an den Wänden

Zum Beispiel diesem: Auf dem Tisch liegt eine Art Pergamentserviette, deutlich erkennbar die Initialen M und P.

Gemälde auf Pergament

Binnen weniger Minute entsteht darauf ein Kunstwerk, ein „Gruß aus der Küche“. In Trüffel-Weiß und Rote-Bete-Purpur, in Spargel-Grün und Tomaten-Rot kommen kleine Tupfen auf’s Papier– jeweils von einer Servicekraft aufgetragen, die sich mit fast tänzelnden Schritten um den Tisch herum bewegen.

Dazu noch Streusel, und der Meister selbst gibt wie mit einem Pinselstrich dunklen Balsamico dazu.

Aufgabe des Gastes ist es nun, mit einem Stück Brot alles einzeln zu verkosten, und mit einem gekonnten Wisch über alle Farben sein eigenes „Gemälde“ zu kreieren.

Der Dresdner Pattis kommt aus einer Gastronomenfamilie, hat im In- und Ausland einiges ausprobiert, und sich dann 1994 zurück in Dresden den ersten Michelin-Stern im Osten erkocht.

Gastgeber-Ehepaar Simona und Mario Pattis mit Sterne-Niveau

Heute ist er sein eigener Chef. Die Karte im Fine-Dining-Restaurant wechselt monatlich. Pattis orientiert sich mit seinen Produkten regional und kocht mit klassischen französischen Einflüssen. Sein Anspruch ist „Qualität auf hohem Niveau“.

Standort: Wallgäßchen 4, 01097 Dresden
Restaurant „Feine Kost“: von Dienstag bis Samstag, 18 bis 22 Uhr geöffnet
https://www.mariopattis.de/

Volldampf voraus!

Die Sächsische Dampfschifffahrt feiert in diesem Jahr ihren 190. Geburtstag. Neun historische Raddampfer gehören zur Flotte und dazu zwei exklusive Salonschiffe. Damit ist die Weiße Flotte Dresden die älteste und größte Raddampferflotte der Welt.

Schiffsanleger in der Altstadt

Und das soll gebührend gefeiert werden, erzählt der Nautische Leiter, Jochen Haubold.

Vom 10. bis 12. Juli 2026 gibt es das große Jubiläumswochenende, am 5. September das Event-Highlight „Elbzauber“ mit der Verbindung von Musik, Lichtkunst und Geschichte. Mit dabei das Filmorchesters Babelsberg mit einem Open-Air-Konzert und Howard Carpendale mit einem Auftritt auf der Pontonbrücke mitten in der Elbe.

Und schließlich die Jubiläumsparade am 3. Oktober, bei der alle elf Schiffe gemeinsam die Elbe entlangfahren.

Jochen Haubold und sein Team sind schon im Jubiläumsfieber und hoffen, dass alles gut geht. Sorgenvoll erinnern sie sich an zu viel oder zu wenig Wasser und den Einsturz der Carola-Brücke, als die Schiffe tagelang feststeckten. Das Thema Wasser treibt die Schifffahrtsleute seit Jahren um. Auch sein Unternehmen setzt sich für mehr Rückhaltemöglichkeiten, Staubecken und eine Green-Level-Technik ein. Obwohl letzteres wegen der Strömungsstärke in der Elbe noch nicht realisiert werden konnte.

Weinhänge entlang der Elbe

Stolz ist die Weiße Flotte auf stabile Fahrgastzahlen und darauf, dass neue Konzepte erfolgreich sind, wie zum Beispiel mehr Sonderfahrten – auch für jüngere Gäste – oder das Konzept „Tagen auf dem Fluss“ als Angebot für Unternehmen.

Salonschiff „Gräfin Cosel“

Wer in Blasewitz aussteigt, kann nach einem Lunch oder Kuchen im „Schillergarten“ direkt über das Blaue Wunder zur Standseilbahn.

Freundliche Begrüßung an der Standseilbahn durch einen Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe

Die ist noch immer eine Attraktion und führt hinauf zum „Weißen Hirsch“ mit prächtigen Villen und viel Geschichte. Das Haus und die Betriebsgebäude von Prof. Manfred von Ardenne stehen noch hier und die Sanatoriumshäuser des Naturheilkundlers Dr. Heinrich Lahmann. Auch der Leser des Uwe-Tellmap-Romans „Der Turm“ wird einiges wiedererkennen.

www.saechsische-dampfschifffahrt.de

Wein-Spaß bei Lutz Müller

Gleich neben dem Schloss Albrechtsberg im Kavaliershaus hat Lutz Müller seinen Weinkeller und eine Straußwirtschaft. Hier verkauft er seine Weine und schenkt sie aus. Über 90% seiner Produktion geht so über den Ladentisch. Die Gäste kommen von März bis November auf die herrliche Terrasse am Weingut oder sitzen gemütlich auf der Wiese nebenan. Von hier haben sie einen wunderbaren Blick auf Dresden und die Elbe und die angrenzenden Elbauen. Deshalb ist das Motto des Weingutes leicht nachvollziehbar: Weine mit Weitblick.

Blick vom Müller-Weinberg auf die Elbe

Der Renner unter den Weinen ist der Auxerrois – ein leichter und säurearmer Weißwein, der mit dem Weißburgunder verwandt ist. Damit gehört Müller zu den wenigen Winzern in Dresden, die diese Sorte anbauen, insgesamt ist er in Sachen eine Rarität.

Seit 1998 hat Müller sein Hobby zum Beruf gemacht – zunächst in anderen Betrieben, dann in der eigenen Kellerei.

Und verarbeitet hier Sauvignon Blanc, Riesling, Müller-Thurgau, Traminer, Burgunder – insgesamt 15 Rebsorten. Auf 22.000 Liter kommt seine Jahresproduktion – eine eher kleinere Menge, aber Müller ist damit

zufrieden. Seine Ausbildung absolvierte er im Schloss Wackerbarth

bei Radebeul, später sammelte er Erfahrungen in Franken, an der Mosel, in Baden und sogar in Kalifornien.
Lutz Müller sagt, meine Reben sind Natur, wir müssen sie so nehmen, wie sie sind. Besonders deutlich bekam er das 2024 zu spüren, als die Jahresproduktion wegen eines Frosteinbruchs im Frühjahr nur 2.000 Liter betrug.

Er genießt das, was er hat, und überträgt die ihm ureigene Freundlichkeit und Gelassenheit auf seine Gäste.

Winzer Lutz Müller, Bautzner Str. 130, 01099 Dresden
https://winzer-lutz-mueller.de/

Ein Bürgerschloss mit Vision

Gleich neben dem Schloss Albrechtsberg erreicht man fußläufig das Lingner-Schloss (zu den drei Elbschlössern gehört dann noch das Schloss Eckberg – es wird heute als Hotel genutzt).

Ebenso wie die anderen beiden mit einem herrlichen Terrassenbereich, der gastronomisch genutzt wird und den magischen Blick auf Elbe, Weinhänge und die Stadtsilhouette freigibt. Im Linger Schloss engagiert sich seit 2006 ein Bürgerverein. Bis heute hat er das Schloss zu 80-85% saniert.

Einst war das Gebäude als Villa Stockhausen errichtet worden, bevor es der Unternehmer Karl August Lingner 1906 erwarb. Lingner war der Erfinder des Odol-Mundwassers und gelangte dadurch zu Reichtum und Anerkennung. Deshalb konnte er es sich leisten, das Schloss großzügig im extravaganten Jugendstil umzubauen – einiges sieht man heute noch. Zum Beispiel den Sternensaal, Wand-Reliefs im ehemaligen Speisesaal, die Glasveranda auf der Elbseite, die Weinberg-Seilbahn oder das Mausoleum, wo Lingner begraben ist.

Terrasse am Lingner Schloss

Nach seinem Tod schenkte Lingner der Stadt Dresden sein Schloss, mit der Bedingung, dass der Park frei zugänglich bleiben sollte für die Bevölkerung und dass die Preise in der Gastronomie erschwinglich sein sollten. Das erste hat geklappt, das zweite muss man selbst „überprüfen“.

Das Gebäude wird heute tatsächlich als Bürgerschloss genutzt. Es finden Konzerte und Veranstaltungen statt, Filmabende im hauseigenen Schlosskino, Lesungen und wissenschaftliche Vorträge sowie Ausstellungen. Es gibt eine Außenstelle des Standesamtes. Und man kann den Sternensaal, die Beletage, die Turmzimmer und die gastronomischen Einrichtungen privat mieten.

Blick von Dach in Richtung „Blaues Wunder“

www.lingnerschloss.de

Schlendern und Staunen im Kraftwerk Mitte

Wo fast 100 Jahre Strom und Fernwärme produziert wurde, ist heute ein lebendiger Ort für Kunst, Kultur und Kreative. Hier kann man junges Theater erleben und moderne Musicals, ins Kino oder Museum gehen, Kaffee trinken, Craft-Bier verkosten oder erlesene Kulinarik genießen.

Seit fast 10 Jahren hat auch die Staatsoperette Dresden hier ihr Domizil, nach vielen Jahrzehnten in Provisorien. Mit einem Neubau an das historische Maschinenhaus ist es gelungen, Industriearchitektur und moderne Glas- und Betonarchitektur zu verbinden. So ist der Saalkörper ein Theater mit allen heutzutage üblichen und notwendigen Ausstattungen.

Die Bühne mit hochmoderner Technik

Und im Maschinensaal, der heute gemeinsam mit dem Theater Junge Generation als Foyer genutzt wird, sind die ursprüngliche Höhe und Weite und auch die Brückenkräne noch deutlich zu erkennen.

Im Foyer: alter Maschinensaal und moderne Kunst

Die modernen Einbauten wie Treppen und Begegnungsräume bilden einen beeindruckenden Kontrast zur historischen Hülle.

Die Staatsoperette blickt auf eine 240jährige Geschichte zurück – das ist ziemlich einzigartig in Deutschland. Gespielt wir eigentlich „alles“, berichtet Dorith Zschach vom Besucherservice,

„Musicals gehören dazu, Ballett, Konzerte, Revue, die neue Operette, aber auch die ganz klassische“. Die Spielzeit 2026/27 steht unter dem Motto „Broadway in Dresden“, denn nach der Cabaret-Inszenierung kommt nun das Cole-Porter-Musical „anything goes“ auf die Bühne.

Weitere Premieren kommen dazu, insgesamt fünf, und dazu elf Repertoirestücke, die das Publikum liebt und Markenzeichen des Hauses sind.

„Wir als Staatsoperette“, so formuliert es Intendantin Kathrin Kondaurow, „dürfen in all dem alltäglichen Wahnsinn eine Bastion für unerfüllte Sehnsüchte und Wünsche sein“.

Mit einer Theater-Flatrate, einem Studenten-Abend-Ticket, Konzerten in Schulen und Tagen der offenen Tür will die Staatsoperette auch junge Leute für das Programm begeistern.

www.staatsoperette.de

Zum Schluss noch ein Geheimtipp

Und das ist wirklich einer: der Neptunbrunnen in Dresden. Rund 48 Meter ist der Brunnenbau lang. Meeresgott Neptun und seine Gemahlin Amphitrite stehen auf der obersten Etage einer dreigeschossigen Kaskade. Ihr Muschelwagen wird von Meerespferden gezogen, rechts und links sind die Flussgötter Nil und Tiber zu sehen.

Der Brunnen gilt als der prächtigste Barockbrunnen der Stadt und ist heute Teil des Krankenhauses Friedrichstadt. Auftraggeber war der sächsische Staatsmann Heinrich Graf von Brühl, der ihn für seine Sommerresidenz bauen ließ. Ursprünglich gehörte er zu einer Sichtachse im Park – das ist heute nicht mehr zu erkennen.

Der schönste Barockbrunnen in Dresden

Erst 2013 wurden die Restaurationsarbeiten abgeschlossen, nachdem der Brunnen durch jahrelange Verwitterung stark beschädigt war. Maßgeblich an der Wiederherstellung beteiligt war die Bürgerstiftung Dresden mit dem Stiftungsfond Neptunbrunnen.

Heute ist er im Krankenhaus-Parkgelände frei zugänglich. Und die Wasserspiele laufen von Mai bis Oktober zu festen Zeiten.

https://buergerstiftung-dresden.de/stiftungen/stiftungsfonds-neptunbrunnen/

Fazit: Nach Dresden zu reisen, lohnt sich immer wieder. Ein guter Ausgangspunkt für Stadterkundung und Ausflüge ist das

Hotel Am Terrassenufer,

in fußläufiger Entfernung zur Altstadt.

Wer Dresden mit besonderen Augen sehen will, sollte einen Stadtrundgang mit
Anna-Thilo Schmalfeld buchen.

Mit ihm erlebt man ausgesuchte Routen, klare Überblicke und überraschende Details.

www.dresden-sehen.de

Die Entdeckung von Dresden war Teil einer Pressereise, die vom Hotel Am Terrassenufer, von Dresden Marketing sowie von Hotelpoint-International-Initiatorin Margot David organisiert wurde.

Fotos: Frank Pfuhl, Königs-Fotografie-Berlin, Sylvia Acksteiner, Weingut Müller
Video: Michael Wenkel

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